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13.03.2017

Lateinamerika überholt Europa bei Klimaschutz und Erneuerbaren Energien

Der WWF (World Wide Fund For Nature) lobte in seinem Bericht "Die globale Situation der erneuerbaren Energien" die Rolle von Schwellenländern wie Nicaragua, Honduras, Uruguay, Marokko, Südafrika und Jordanien beim Einsatz ökologischer Energien. Sie sind weltweit führend.

Beispielhaft sind die Entwicklungen in Nicaragua. Dies erklärte auch Achim Steiner, Direktor des Umweltprogramms der UN (PNUMA). Aus seinem Bericht "Saubere Energie im 21. Jahrhundert" geht hervor, dass Erneuerbare Energien die Armut im Land bekämpfen und die Umweltzerstörung vermindert. Besonders positiv wird unter anderem die Einführung eines Gesetzes zur Förderung der Erneuerbaren Energien gewertet. Bis 2020 erwartet das Land, 90 Prozent seines Strombedarfs aus regenerativen Energiequellen decken zu können. Dabei setzt Nicaragua auf alle erneuerbare Ressourcen im Lande, z.B. auch auf die Geothermie.

Auch wenn in Deutschland viele Bedenkenträger eine vollständige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien immer noch für völlig unrealistisch halten, so sind einige Länder in Lateinamerika schon weiter und zeigen wie es geht. Costa Rica ist schon seit 2015 in der Lage, seine Stromversorgung fast vollständig mit Erneuerbaren Energien zu decken.  Genauso Uruguay, wo besonders auf die Windkraft gesetzt wird. 

Ecuador hat die unter Naturschutz stehenden Galapogos Insel Floreana auf Erneuerbare Energien umgestellt, nicht zuletzt zum Schutze der einzigartigen Natur. Solaranlagen in Verbindung mit Dieselgeneratoren, die mit reinem nachhaltig erzeugten Pflanzenöl betreiben werden, decken vollständig den Strom- und Kühlbedarf. Nach dem gleichen Muster wird noch dieses Jahr die 15-mal größere Galapagos Insel Isabela auf ein Hybrid System aus Photovoltaik, Batterieanlage und Jatrophaöl Generatoren von VWP (Vereinigte Werkstätten für Pflanzenöltechnologie) umgestellt. Es ist dann geplant, den Insel Verkehr zunehmend auf nachhaltig erzeugte Bioöle und E-Mobilität umzubauen. Firmen wie die deutsche Firma VWP können übrigens fast nur noch im Ausland investieren, weil in Deutschland politisch die Investitionsgrundlagen, wie in vielen anderen Technologien der Erneuerbaren Energien behindert werden.

Ein weiteres Positivbeispiel ist Brasilien: Der Solarkonzern Canadian Solar sah seine Möglichkeiten in dem stark wachsenden PV-Markt dort und baut die größte Solarfabrik des Landes. Das Unternehmen entwickelt in Brasilien Projekte mit einer Gesamtleistung von 390 MW. Es ist lange her, dass in Europa in eine solche neue Solarfabrik investiert wurde.

Diese Schlaglichter, die bei weitem kein umfassendes Bild aufzeigen, beleuchten, dass Lateinamerika unideologisch auf die gesamte Palette aller Erneuerbaren Energien setzt, optimiert auf die jeweiligen örtlichen Verhältnisse. In Europa gibt es währenddessen immer mehr Widerstände gegen Geothermie und Bioenergie, insbesondere gegen nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe. Aber auch gegen Wind- und Solaranlagen sowie Wasserkraft gibt wächst der Widerstand. Europa verfestigt mit seinem Festhalten an den konventionellen Energien den Import von Erdöl aus Brasilien, Mexiko und Ecuador, womit dort Urwälder wie der einzigartige Yasuni Nationalpark abgeholzt werden. Oder Importe von Kohle aus Kolumbien, wo Menschenrechte und Naturräume mit Füßen getreten werden.

Eine Studie der Lappeenranta University of Technology in Finnland kam schon zu dem Schluss, dass Südamerika mit dem richtig geplanten Ausbau von Erneuerbaren Energien bis 2030 die Stromversorgung vollständig regenerativ decken könne. Große Teile in Süd- und Mittelamerika sind auf dem besten Wege dazu und Europa inclusive Deutschland wird selbstverschuldet immer weiter abgehängt.

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