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© IPPNW | Hendrik-Haßel | Friedensorganisationen machten auf das Auslaufen des letzten nuklearen Abrüstungsvertrags New START am 5. Februar 2026 aufmerksam. Die Aktivist*innen forderten die Einhaltung der Bestimmungen unter New START so lange, bis Verhandlungen über einen Folgevertrag erfolgreich sind. Durch das Auslaufen von New START gibt es keine Obergrenzen für Atomwaffen mehr, ein unbegrenztes atomares Wettrüsten zwischen den Atommächten droht.

IPPNW fordert Verlängerung des Atomwaffenabrüstungsvertrages

New-START-Vertrag läuft aus – Russland hat sein Angebot erneuert, sich ein weiteres Jahr an die Bestimmungen des zum Donnerstag auslaufenden Atomwaffenabrüstungsvertrags New START zu halten.

Die deutsche IPPNW-Sektion fordert die Bundesregierung auf, sich gegenüber den USA und in der NATO dafür einzusetzen, dass Präsident Trump das Angebot aufgreift. Vertreter*innen der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges und der Pugwash-Bewegung haben sich bereits Mitte Januar 2026 in gleichlautenden Briefen an die Präsidenten der USA und Russlands gewandt und ein einjähriges Moratorium zur Verlängerung von New START zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen gefordert, um den letzten noch verbleibenden Rüstungskontrollvertrag zu retten. 

Der New-START-Vertrag läuft zum 5. Februar 2026 aus. Unter dem 2011 in Kraft getretenen Abkommen wurden die Atomsprengköpfe auf Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützten Langstreckenraketen und Atombombern auf 1.550 Stück reduziert. Die Zahl der Trägersysteme wurde für jedes Land auf 800 Stück begrenzt, wobei nicht mehr als 700 stationiert sein dürfen.

Die Wissenschaftler*innen nennen drei Gründe, warum die Aufrechterhaltung des Vertrages im unmittelbaren nationalen Interesse beider Staaten liegt. Zum einen könne eine Verlängerung von New START ein destabilisierendes Wettrüsten verhindern, nicht nur im atomaren Bereich. Das sofortige Auslaufen aller Beschränkungen berge die Gefahr eines Atomkrieges. Ohne die Leitplanken von New START wäre der Druck, die Arsenale rasch auszubauen, immens, was hohe Kosten bedeuten und das Risiko von Fehleinschätzungen erhöhen würde.

Zweitens würden einseitige Verpflichtungen zur Begrenzung der Sprengköpfe und Trägersysteme ein starkes Signal an die Welt senden. Sie würden zeigen, dass die USA und Russland trotz geopolitischer Differenzen weiterhin entschlossen sind, den Nichtverbreitungsvertrag aufrechtzuerhalten und zu stärken. Ein einjähriges Moratorium würde den Präsidenten Trump und Putin drittens die notwendige Zeit verschaffen, um sich mit den Herausforderungen der heutigen Zeit auseinanderzusetzen – darunter die Integration neuer Technologien und die Einbeziehung anderer Atomwaffenstaaten –, ohne dass das Damoklesschwert eines atomaren Wettrüstens über dem Verhandlungstisch schwebt.

„Die Geschichte hat gezeigt, dass dauerhafte Sicherheit durch Vorhersehbarkeit und Kontrolle statt durch uneingeschränkten Wettbewerb erreicht wird. Mit der Entscheidung, diese Beschränkungen für ein Jahr beizubehalten, würden die USA und Russland sicherstellen, dass der Übergang in eine neue Ära der Rüstungskontrolle geordnet und strategisch verläuft“, erklärt Dr. Lars Pohlmeier, Co-Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion.

Quelle

IPPNW 2026

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