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Weltweite AKW-Zahl sank im Jahr 2023

Globale Atomstromproduktion niedriger als vor 20 Jahren.

Die Zahlen der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) zeigen, dass im Jahr 2023 die Zahl der AKW weltweit nicht gestiegen, sondern sogar um ein AKW geschrumpft ist. Die Atomstromproduktion ist heute niedriger als vor 20 Jahren. Der Anteil des Atomstroms an der weltweiten Stromversorgung erreichte laut Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) 1996 mit 17,5 Prozent ein Rekordhoch und sinkt seitdem. Jetzt liegt er unter 10 Prozent.

Seit Jahrzehnten gibt es in den deutschen und internationalen Medien täglich Meldungen über neue Reaktorpläne. Dadurch entstand der Eindruck eines globalen AKW-Booms. Die offiziellen Zahlen zeigen das Gegenteil. Hauptgrund ist, dass Bau und Betrieb neuer AKW seit vielen Jahren zu teuer ist. Solar- und Windkraftanlagen sind einschließlich Systemkosten für den Umbau des Stromnetzes und den Aufbau von Speichern erheblich günstiger.

Neue AKW werden im Prinzip nur von Ländern mit nicht-marktwirtschaftlicher Stromversorgung gebaut und sind meistens mit militärischen Hintergedanken verbunden. Wer über die zivile Atomtechnik verfügt, kann auch Atombomben bauen. Hinzu kommen die nicht versicherbaren Risiken der Atomtechnik und die schlecht lösbare Atommüllentsorgung.

In Bayern versucht der CSU-Vorsitzende Söder die Bevölkerung zu täuschen. Anstatt schwungvoll die gerade im Winterhalbjahr wichtigen Windkraftwerke bauen und den Stromverbund mit moderner HGÜ-Technik voran bringen zu lassen, schwadroniert er über Weiterbetrieb alter und den Bau neuer AKW. Wenn in zehn Jahren die Strompreise in Bayern mangels billigen Windstroms viel teurer als in Nord- und Westdeutschland sein werden, wird unser Bundesland wirtschaftlich leiden.

Quelle

Raimund Kamm  (Vorstand) | FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. 2024

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