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© Depositphotos.com | m.iacobucci.tiscali.it | Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. warnt vor Missbrauch der KI

Ein Papst kann nicht schweigen, wenn Machtpolitik gotteslästerlich überhöht und die „Auslöschung einer Zivilisation“ angedroht wird.

Das Christentum darf nicht zur Übertünchung eines grenzenlosen Narzissmus und einer unermesslichen Selbsterhöhung missbraucht werden. Der US-Präsident Trump hatte sich selbst als neuer Jesus inszeniert. Macht gegen Moral!

Zu Pfingsten 2026 warnte Papst Leo XIV. auch vor den Gefahren Künstlicher Intelligenz (KI). Die Tagesschau fasste die KI-Warnungen aus dem Vatikan so zusammen:

„Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse konditionieren und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen“, schreibt der Papst. Deshalb sei es „unerlässlich, dass der Einsatz von KI – insbesondere, wenn es um öffentliche Güter und Grundrechte geht – von klaren Kriterien und wirksamen Kontrollen begleitet wird“.

Auch der Besitz der Nutzerdaten müsse reguliert werden. Mehrfach betont der Papst, dass KI auf menschliche Werte und Moral ausgerichtet sein müsse. Allerdings nütze auch das nichts, „wenn diese Moral von einigen wenigen bestimmt wird“.

Besonders kritisch äußert sich der Pontifex über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Konflikte. Mit KI-gestützten autonomen Waffensystem sei Krieg in der heutigen Zeit wieder „durchführbarer“ gemacht worden. Die Entscheidung über Leben und Tod dürfe jedoch keinesfalls Maschinen überlassen werden. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Daher ist es nicht zulässig, tödliche oder jedenfalls irreversible Entscheidungen künstlichen Systemen anzuvertrauen.“

Leo XIV. äußert sich in der Enzyklika auch zu der Frage, was KI für die Arbeitswelt bedeutet. In seinem Text ist von „neuen Formen der Sklaverei“ die Rede – beispielsweise in KI-Rechenzentren oder bei der Herstellung von Mikrochips beziehungsweise technischen Geräten wie Computer oder Smartphones, in denen KI zum Einsatz kommt. In einigen Regionen der Welt arbeiteten auch Kinder und Jugendliche unter gefährlichen Bedingungen. „Körper werden verletzt, verstümmelt und verbraucht, damit der Datenfluss nicht zum Stillstand kommt“, so der Papst. „Diese Wirklichkeit stellt das moralische Gewissen unserer Zeit vor eine große Herausforderung.“

Mehrfach stellt der Papst in dem Text heraus, dass das Menschliche trotz aller technologischen Fortschritte an erster Stelle stehen müsse. „Kein noch so ausgeklügeltes Computersystem erschafft ein Herz, das sich hingibt, oder ein Gewissen, das das Gute erkennt.“

In der Enzyklika bittet Leo XIV. zudem um Entschuldigung für die Rolle der katholischen Kirche im Zeitalter der Sklaverei. Er räumte ein, dass seine Kirche den viele Jahrhunderte dauernden Sklavenhandel erst im 19. Jahrhundert entschieden verurteilt habe. „Dies ist eine Wunde im christlichen Gedächtnis“, heißt es in dem Schreiben. „Dafür bitte ich im Namen der Kirche aufrichtig um Vergebung.“

Die erste Enzyklika eines neuen Papstes gilt als eine Art Regierungserklärung. Leo XIV. ist mit dieser Warnung über KI auf der Höhe der Zeit: Technischer Fortschritt ja – aber bitte nicht unkontrolliert.

Quelle

Franz Alt 2026

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