Erdöl ade – Wärmepumpen willkommen
Beinahe dreiviertel der deutschen Neubauten werden mit Wärmepumpen beheizt. Innerhalb von zehn Jahren hat sich deren Anteil mehr als verdoppelt. In der gleichen Zeit ging der Öl-Anteil dramatisch zurück.
Nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz dürfen Öl- und Gasheizungen wieder eingebaut werden. Doch wer will sie noch? Die deutsche Energiepolitik unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche denkt rückwärts, aber die Mehrheit der Menschen denkt an die Zukunft.
Wärmepumpen nutzen zum Heizen Geo- und Umweltthermie, die zu den erneuerbaren Energiequellen zählen.
Auch insgesamt steigt der Anteil der erneuerbaren Energien beim Heizen: Inzwischen werden demnach knapp vier von fünf neu gebauten Wohngebäuden (78,2 Prozent) überwiegend mit erneuerbarer Energie beheizt. 2015 waren es erst 38 Prozent. Dazu zählen neben Erd- oder Luftwärmepumpen auch Holz, etwa in Pelletheizungen oder Kaminöfen, Solarthermie, Biogas und Biomethan.
Zweitwichtigste Wärmequelle in Neubauten war 2025 Erdgas – allerdings nur noch in zehn Prozent der Gebäude. Vor zehn Jahren waren es noch 50 Prozent. Fernwärme ist mit acht Prozent die drittwichtigste Heizquelle. Ölheizungen wurden 2025 nur noch in 0,3 Prozent der Neubauten eingebaut.
Ganz anders ist die Heizsituation bei Altbauten. Hier dominiert Erdgas weiterhin als primäre Energiequelle. 53.9 Prozent der Wohngebäude werden mit Gas beheizt, hat das Statistische Bundesamt errechnet. Rund ein Viertel der Altbauten nutzen Erdöl. Erst gut zehn Prozent der Altbauten nutzen erneuerbare Energien.
Der Gebäudesektor ist beim Energieeinsatz deshalb so wichtig, weil hier 45 Prozent der Gesamtenergie verbraucht wird. Er verursacht etwa ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen. Doch die Gebäudesanierung kommt nur langsam voran. Die frühere Ampel-Regierung unter Wirtschaftsminister Robert Habeck wollte dieses Tempo beschleunigen, doch die Merz-Reiche-Koalition hat die alten Vorgaben gestrichen und will, dass nur 65 Prozent erneuerbarer Energie eingesetzt wird.
Ein Rückschritt für den Klimaschutz. Doch der rasche Ausbau der Wärmepumpen bei den Neubauten hierzulande ist ein Lichtblick.







