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© Depositphotos.com | BiancoBlue | Die Zukunft fährt elektrisch

Elektroauto-Boom trotz US-Dämpfer: Weltweiter Absatz steuert auf Rekordjahr zu

BloombergNEF erwartet 2025 rund 22 Millionen verkaufte E-Fahrzeuge – China dominiert, USA bremsen den Trend.

Elektromobilität nimmt weltweit rasant Fahrt auf. Laut dem aktuellen Electric Vehicle Outlook (EVO) von BloombergNEF (BNEF) stehen die globalen Verkäufe von Elektroautos im Jahr 2025 vor einem neuen Rekord: Fast 22 Millionen Fahrzeuge sollen bis Jahresende verkauft werden – das ist ein sattes Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch während der weltweite Trend klar nach oben zeigt, trübt eine Region die Prognose: die USA.

Fast zwei Drittel aller E-Fahrzeuge werden in China abgesetzt – das Land bleibt damit unangefochtener Spitzenreiter. Europa folgt mit 17 Prozent Marktanteil, die USA kommen lediglich auf 7 Prozent. Besonders bemerkenswert: In China sind E-Autos im Schnitt bereits günstiger als ihre fossilen Pendants mit Verbrennungsmotor – ein Schlüsselfaktor für die breite Akzeptanz.
 

USA auf dem Rückzug – Politik bremst den Wandel


Obwohl der US-Markt weiter wächst, dämpfen politische Entscheidungen die Dynamik. Rücknahmen bei Umweltvorgaben, Kürzungen von Steuererleichterungen für E-Autos und drohende Einschränkungen für Kaliforniens Umweltpolitik haben BNEF dazu veranlasst, die Prognosen für die Zukunft der E-Mobilität in den USA deutlich zu senken. Die Folge: Weltweit könnten bis 2035 rund 14 Millionen E-Fahrzeuge weniger verkauft werden als noch im Vorjahr angenommen.

„2024 war ein Meilensteinjahr für den elektrischen Verkehr – aber der Rückenwind flaut in einigen Regionen spürbar ab“, erklärt Colin McKerracher, Leiter für sauberen Transport bei BNEF. „Vor allem in den USA sehen wir politische Rückschritte, die sich global auswirken.“
 

Aufsteiger aus dem Globalen Süden – und ein britisches Elektro-Wunder
 

Während die USA schwächeln, punkten Schwellenländer – allen voran Thailand und Brasilien. Dort haben chinesische Hersteller mit günstigen Modellen den Markt erobert und sorgen für einen überraschenden Boom. Diese Entwicklung widerlegt die Annahme, dass Elektromobilität zunächst auf reiche Länder beschränkt bleiben wird.

In Europa hat sich Großbritannien als Vorreiter etabliert – noch vor Deutschland.  Und das, obwohl  erst  vor kurzem neue  Fördermöglichkeiten bekannt gegeben wurden und es diese im ersten Halbjahr 2025 noch nicht gab.  Auch bei Elektro-Lkw und elektrischen Dreirädern zeigt sich ein starkes Wachstum, vor allem in Asien.
 

Herausforderungen bleiben: Ladeinfrastruktur und Batteriemarkt unter Druck
 

Trotz des Aufschwungs stehen zentrale Fragen weiterhin im Raum: Die Kosten für öffentliches Laden steigen, insbesondere in Europa und den USA. In manchen Regionen übersteigen die Ladekosten inzwischen die Benzinpreise.  Auch die Batteriebranche spürt die Folgen der gedämpften Nachfrage. In China liegt die Auslastung von Batteriewerken bei unter 50 Prozent – eine Überkapazität, die zu sinkenden Preisen und noch härterem Wettbewerb führt.

Laut BNEF wird die Stromnachfrage durch Elektrofahrzeuge bis 2030 um das 2,4-Fache steigen. Schon heute verbrauchen Chinas E-Autos mehr Strom als ganz Schweden.
 

Festkörperbatterien und Öl-Ersparnis: Die Zukunft ist elektrisch


Ein Hoffnungsträger bleibt die Festkörperbatterie – sicherer, kompakter, leistungsstärker. Bis 2035 könnten sie rund 10 Prozent der weltweiten Batterieproduktion ausmachen. Zudem haben E-Autos längst spürbare Auswirkungen auf den Ölmarkt: Bis 2026 sollen sie täglich rund eine Million Barrel Öl zusätzlich einsparen – Tendenz steigend.
 

Fazit: Die Zukunft fährt elektrisch – aber nicht von allein

„Der Markt wächst, aber nicht automatisch. Ohne klare politische Leitplanken und verlässliche Förderung könnte der Schwung wieder abbrechen“, warnt Aleksandra O’Donovan, Leiterin für Elektrofahrzeuge bei BloombergNEF. „Autohersteller, die sich jetzt zurücklehnen, riskieren den Anschluss – und ihre Marktanteile.“

Der globale Umbruch ist in vollem Gange. Ob Unternehmen und Staaten Schritt halten, entscheidet sich jetzt. Der Weg geht aber nicht zurück,  wir stecken bereits mitten in der Disruption und die ist eindeutig elektrisch. 

Quelle

BloomberNEF 2025 / oekonews.at 2025

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