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© Elli Mobility GmbH ID.7 im Heimladeumfeld: Visualisierung des Energieflusses zwischen Fahrzeug und Stromnetz im Rahmen von Vehicle-to-Grid.

E-Fahrzeugbatterie als Netzspeicher

VW bringt das Stromnetz ins Auto – und den Geldbeutel der Kund:innen zum Laden. Volkswagen kündigt mit seiner Tochter Elli voll integriertes Vehicle-to-Grid ab viertem Quartal des Jahres an.

Mit einem ambitionierten Schritt in Richtung Energiewende und neuer Geschäftsmodelle kündigt Volkswagen gemeinsam mit seiner Energiemarke Elli den Einstieg in ein vollständig integriertes Vehicle-to-Grid-Angebot (V2G) an. Ab dem vierten Quartal 2026 sollen Kundinnen und Kunden in Deutschland ihre Elektroautos nicht mehr nur laden, sondern aktiv als Stromspeicher nutzen können – und damit sogar Geld verdienen.

 Vom Auto zum Energiespeicher

Die Idee hinter Vehicle-to-Grid ist so einfach wie wirkungsvoll: Elektroautos werden zu mobilen Batteriespeichern. Überschüssiger Strom – etwa aus Wind- oder Solarenergie – kann im Fahrzeug gespeichert und bei Bedarf wieder ins Netz eingespeist werden. So entsteht ein flexibles System, das sowohl die Stromversorgung stabilisiert als auch die Nutzung erneuerbarer Energien verbessert.
 

Für Volkswagen ist V2G dabei kein Einzelprodukt, sondern Teil einer umfassenden Strategie. Das Angebot umfasst ein komplett vernetztes System aus Elektrofahrzeug, Wallbox, Stromtarif, Smart Meter, App und Installation. Kund:innen erhalten damit eine Lösung „aus einer Hand“.

Sparen – und verdienen

Besonders interessant: Das Elektroauto wird potenziell zur Einnahmequelle. Wer seine Batteriekapazität dem Energiemarkt zur Verfügung stellt und flexibel lädt, kann laut Schätzungen jährlich zwischen 700 und 900 Euro einsparen oder verdienen.

Zunächst soll es eine feste Vergütung geben – unabhängig vom tatsächlichen Handelserfolg. Die Höhe richtet sich danach, wie flexibel Nutzer:innen beim Laden ihres Fahrzeugs sind. Langfristig verfolgt Volkswagen ein klares Ziel: nahezu kostenfreies Laden.

Elli als Schaltzentrale

Eine Schlüsselrolle spielt Elli. Die Tochter des Konzerns entwickelt sich zum zentralen Energiemanager und verbindet alle Elemente des Systems – vom Stromtarif über die Ladeinfrastruktur bis hin zum Energiehandel. Mit einem eigenen Team ist Elli rund um die Uhr an der Strombörse EPEX Spot aktiv.

Das Konzept: Viele Fahrzeugbatterien werden gebündelt („aggregiert“) und gemeinsam als große virtuelle Batterie am Markt eingesetzt. Dieses sogenannte „Managed Battery Network“ soll neue wirtschaftliche Potenziale erschließen.

Technik ist bereit – jetzt kommt der Markt

Die technologische Grundlage liefert die MEB-Plattform von Volkswagen. Bereits heute sind rund eine Million Fahrzeuge in Europa für bidirektionales Laden vorbereitet. Mit der kommenden ID.-Software-Generation wird die Funktion noch breiter verfügbar.

Auch Bedenken hinsichtlich der Batterielebensdauer versucht der Konzern zu entkräften: Moderne Hochvoltbatterien und Schutzsysteme sollen sicherstellen, dass zusätzliche Ladezyklen keinen nennenswerten Verschleiß verursachen. 

Smart Meter als Schlüssel

Damit das System funktioniert, braucht es intelligente Stromzähler. Volkswagen setzt hier auf Kooperationen mit wettbewerblichen Messstellenbetreibern, die Installation und Datenerfassung übernehmen. Kund:innen sollen innerhalb von acht bis zehn Wochen einsatzbereit sein.

Bedeutung für die Energiewende

Über den individuellen Nutzen hinaus hat V2G enormes volkswirtschaftliches Potenzial. Studien gehen davon aus, dass in Europa bis 2040 jährlich rund 22 Milliarden Euro an Systemkosten eingespart werden könnten.

Allein in Deutschland wurden zuletzt etwa 9.500 Gigawattstunden erneuerbarer Energie nicht genutzt – genug, um Millionen Elektroautos ein Jahr lang zu betreiben. Vehicle-to-Grid könnte genau dieses Problem lösen.

Mit dem neuen Angebot verschiebt Volkswagen die Rolle des Elektroautos grundlegend: vom reinen Fortbewegungsmittel hin zu einem aktiven Baustein im Energiesystem. Sollte sich das Modell durchsetzen, könnten Autofahrer:innen künftig nicht nur emissionsfrei unterwegs sein, sondern gleichzeitig Teil der Stromversorgung werden – und dabei ihre eigenen Kosten deutlich senken.

Quelle

Volkswagen 2026 | oekonews.at 2026

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