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Fotolia.com | MarcoGusella

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EEG-Reform: Energieverbände fordern fairen Risikopuffer

Neun führende Verbände aus Energiewirtschaft und Handwerk fordern, die geplanten zweiseitigen Differenzverträge (Contracts for Difference, CfD) im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit einem angemessenen Marktwertkorridor zu versehen.

Nach dem aktuellen Gesetzentwurf sollen Betreiber einen Teil ihrer Erlöse zurückzahlen, wenn der durchschnittliche Marktwert ihres erneuerbaren Stroms über dem Zuschlagswert der Anlage liegt. Einen Puffer zur Abfederung zusätzliche Vermarktungsrisiken bei hohen Börsenstrompreisen oder im Fall von Erlösen der Anlage unterhalb des durchschnittlichen Marktwerts sieht der Entwurf jedoch nicht vor. Die Verbände warnen deshalb vor höheren Finanzierungskosten und steigenden Geboten in den EEG-Ausschreibungen. Zugleich fordern sie ausreichend Spielraum für direkte Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements, PPAs).

Pauschaler Jahresmarktwert belastet Anlagenbetreiber

Der derzeitige EEG-Gesetzentwurf bestimmt den Refinanzierungsbeitrag pauschal anhand der Jahresmarktwerte für Wind- und Solarenergie. Da diese Durchschnittswerte die tatsächlich erzielten Erträge einer einzelnen Anlage nicht abbilden, drohen Betreibern bei Abweichungen Rückzahlungsverpflichtungen für Erlöse, die real gar nicht erwirtschaftet wurden.

Zusätzlich verbleiben marktbedingte Kostensteigerungen bei der Vermarktung, Bilanzierung und Ausgleichsenergie vollständig beim Anlagenbetreiber, während Mehrerlöse abgeschöpft würden. Dieses ungleiche Risiko wird von Banken und Investoren durch höhere Risikoaufschläge eingepreist, was Finanzierungen verteuert und letztlich die EEG-Kosten durch höhere Ausschreibungsgebote ansteigen lässt.

Marktwertkorridor schützt PPAs für Industrie und Mittelstand

Ein europarechtlich explizit zulässiger Marktwertkorridor erhält dagegen wichtige Marktpreissignale und schafft den notwendigen Risikopuffer. Er sichert den Spielraum für wettbewerbliche Vermarktungsmodelle wie Power Purchase Agreements (PPAs), die Projekte aus der EEG-Absicherung herauslösen. Davon profitieren insbesondere der industrielle Mittelstand sowie stromintensive Zukunftsanwendungen wie Rechenzentren, die erneuerbaren Strom direkt mit ihrem Bedarf koppeln können.

„Ein Marktwertkorridor ist nicht nur ein Instrument zur Begrenzung von Erlösrisiken, sondern ein zentraler Baustein für mehr Wettbewerb, Vermarktungsfreiheit und die echte Marktintegration der erneuerbaren Energien“, betonen die unterzeichnenden Organisationen.

Die Kernforderungen der Verbände an den Gesetzgeber: Die Allianz appelliert an die Politik, bei der Ausgestaltung der CfDs im EEG einen Korridor zu verankern, der:

  • die tatsächlichen marktwertabhängigen Kosten von Anlagen berücksichtigt,
  • die Entwicklung von Vermarktungs-, Bilanzierungs- und Ausgleichsenergiekosten einbezieht und
  • ausreichend Spielraum für wettbewerbliche Vermarktungsmodelle und PPAs lässt.

Über die unterzeichnenden Verbände: Der gemeinsame Verbändeappell wird getragen vom Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e. V. (BDW), dem Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE), dem Bundesverband Neue Energiewirtschaft e. V. (BNE), dem Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW), dem Bundesverband WindEnergie e. V. (BWE), dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. (DGRV), EFET Deutschland, dem Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting e. V. (vedec) sowie dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

Link zum Verbändeappell: https://bit.ly/4rs9MMI

Quelle

Bundesverband Solarwirtschaft e. V. 2026

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