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Frankreich in der Atomstromfalle

Wie man sich selbst eine Falle stellt, zeigt die französische Energiepolitik.

Zunächst hat man dutzende Atomkraftwerke gebaut, dann gemerkt, dass überhaupt nicht genügend Strombedarf vorhanden ist. Dann wurden über massenweise Stromheizungen in schlecht gedämmten Häusern der Stromverbrauch im Winter nach oben getrieben.

Für heute sind 97,9 GW Spitzenlast in Frankreich prognostiziert, was fast der gesamten installierten Leistung des französischen Kraftwerksparks entspricht. Folglich importiert Frankreich aktuell an Strom, was das Zeug hält, bzw. seit heute morgen 7 Uhr je nach Stunde zwischen 6 und über 7 GW.

Die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko Morizet hat heute früh im Radio zum Stromsparen zur Abendzeit aufgerufen.

Keine Sorge machen sich aktuell die deutschen Netzbetreiber wie die Nachrichtenagentur dapd vermeldet. Netzunterstützend wirkt aktuell auch die Photovoltaik, die zur Mittagsspitze heute über neun – möglicherweise sogar zehn – GW Strom produziert haben dürfte, was der Leistung von rund neun Atomkraftwerken entspricht. Davon dürften auch unsere Freunde in Frankreich etwas abbekommen haben. In diesen kalten Tagen sind die Franzosen froh, wenn sie von ihren Nachbarn Unterstützung erhalten.

Dennoch treibt die gigantische Stromnachfrage aus Frankreich die Preise hoch. Morgen wird der Börsenstrompreis in Frankreich zwischen 18 und 19 Uhr sage und schreibe 34,3 Cent/kWh betragen. Der Strombezug Frankreichs zieht auch die Preise in den Nachbarländern mit nach oben. In Deutschland liegt der Strompreis derzeit ebenfalls deutlich über dem Normalwert aber sehr deutlich unter den aktuellen französischen Preisen.

Quelle

Hans-Josef Fell 2012

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