Quaschnings Videokolumne: Quaschning erklärt: Biotreppe
Gasheizungen sollen weiter eingebaut werden dürfen, eine „Bio-Treppe“ soll ab 2029 einen Teil des Erdgases ersetzen. Das wird für alle Beteiligten extrem teuer – aber erst nach der nächsten Bundestagswahl. Eine Kolumne von Volker Quaschning
Hurra, jetzt kommt Habecks Heizhammer wieder weg. Aber warum wurde das Heizungsgesetz damals eigentlich beschlossen?
Ach so, Erdgasheizungen halten uns abhängig von riskanten Gasimporten und befeuern auch noch die Erderhitzung. Na ja, trotzdem will die Regierung jetzt den Einbau von Erdgasheizungen wieder erlauben.
Ihr Plan: Eine neue „Bio-Treppe“ soll nun die fossilen Erdgasimporte und die Klimakrise bekämpfen. Für neue Erdgasheizungen soll schrittweise ein größerer Anteil des Erdgases durch Biogas oder grünen Wasserstoff ersetzt werden.
Problem dabei: Die verfügbaren Mengen an Biogas sind stark begrenzt. Schließlich müssen wir auch noch was essen und können nicht alles vom Acker verfeuern. Schon bald brauchen wir darum grünen Wasserstoff, damit die Treppe funktionieren kann.
Bereits das Biogas ist erheblich teurer als Erdgas, aber grüner Wasserstoff ist richtig knapp und teuer. Die aktuellen Großhandelspreise liegen um ein Mehrfaches über den in der aktuellen Krise ohnehin schon stark gestiegenen Erdgaspreisen.
Mit jedem neuen Schritt auf der Biotreppe droht darum ein schmerzhafter Anstieg der Gasrechnung.
Und genau darum soll die Biotreppe nach aktueller Planung erst nach 2029 starten. Bevor es anfängt, richtig teuer zu werden, gäbe es dann eine neue Bundestagswahl. Praktisch.
Die stark steigenden Gaspreise werden den Unmut in der Bevölkerung und die Politikverdrossenheit weiter befeuern. Das träfe dann aber erst die neue Regierung.
Liebe aktuelle Bundesregierung, lass doch solch einen Mist. Und liebe Bevölkerung, besser Finger weg von einer neuen Gasheizung.
Quelle
Volker Quaschning ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke. | klimareporter.de 2026







