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Scharfe Kritik an Spahns AKW-Gedankenspielen

40 Jahre nach Tschernobyl neue Proteste gegen Atomenergie

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat die jüngsten Überlegungen des Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn,  zur möglichen Rückkehr der Atomkraft scharf zurückgewiesen. Angesichts ungelöster Endlagerfragen und wachsender Proteste gegen Atommülltransporte sei eine Wiederbelebung von  Atomenergie weder realistisch noch verantwortbar.

Der BBU verweist darauf, dass es bis heute kein sicheres Endlager für hochradioaktive Abfälle gibt – ein Umstand, der auch politischen Entscheidungsträgern seit Jahrzehnten bekannt sei. Besonders kritisch sehen die Umweltschützer die Situation im nordrhein-westfälischen Ahaus, Spahns Heimatregion. Dort drohen neue Castor-Transporte mit hochradioaktivem Müll, was selbst innerhalb konservativer politischer Kreise auf Widerstand stößt.

„Jeder weitere Betrieb von Atomkraftwerken würde das Atommüllproblem verschärfen und das Risiko schwerer Störfälle erhöhen“, erklärte BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Die Forderung nach einer Rückkehr zur Atomkraft sei daher „nicht nachvollziehbar und absolut unrealistisch“.

 Forderung nach vollständigem Atomausstieg

Drei Jahre nach der Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke im April 2023 sieht der BBU den Atomausstieg noch nicht als abgeschlossen an. Kritisiert werden insbesondere weiterhin bestehende Atomanlagen und Aktivitäten:

  • der Forschungsreaktor in Garching, der noch immer in Betrieb ist,
  • die Uranfabriken in Gronau und Lingen, die Brennstoff für ausländische AKW produzieren,
  • fortgesetzte Atomforschung, etwa zur Entwicklung neuer Brennstoffe.

Auch internationale Entwicklungen bereiten den Umweltschützern Sorgen. So werden etwa Pläne für neue Atomkraftwerke in europäischen Nachbarländern kritisiert – insbesondere vor dem Hintergrund, dass weltweit kein einziges Endlager für die bestehenden Atommengen in Betrieb ist.

Der BBU fordert daher nicht nur einen nationalen, sondern einen globalen Ausstieg aus der Atomenergie. Dazu gehöre auch ein Ende des Uranabbaus, insbesondere in Ländern des globalen Südens, wo ökologische und gesundheitliche Folgen besonders gravierend seien.

 Proteste rund um den Tschernobyl-Jahrestag

Anlässlich des 40. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April ruft der BBU zu zahlreichen Protestaktionen auf. In vielen Städten und an ehemaligen wie aktuellen Atomstandorten sind Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen geplant.

Bereits am Samstag, den 18. April, finden in Berlin, Hamburg, Köln und München zentrale Großdemonstrationen statt. Ein breites Bündnis aus Umweltorganisationen mobilisiert dabei für den Ausbau erneuerbarer Energien und gegen politische Bestrebungen, die Energiewende auszubremsen.

In einem gemeinsamen Aufruf heißt es: „Wir alle wollen ein warmes Zuhause, bezahlbare Mobilität und einen gesunden Planeten für kommende Generationen. Die Energiewende ist der Schlüssel dazu – doch sie steht auf dem Spiel.“

 Widerstand gegen Atommülltransporte

Parallel dazu unterstützt der BBU neue Proteste gegen einen weiteren geplanten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus, der möglicherweise bereits am 21. April starten könnte. Auch die regelmäßigen Urantransporte zwischen den Anlagen in Gronau und Lingen bleiben ein zentraler Kritikpunkt.

Für den BBU ist klar: Der Konflikt um die Atomenergie ist auch nach dem offiziellen Ausstieg Deutschlands  nicht beendet. Solange Atommüll produziert, transportiert und ungelöst gelagert wird, werde  deswegen auch der Widerstand weitergehen.

Quelle

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) 2026 | oekonews.at 2026

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