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24.09.2019

Greta Thunberg veröffentlicht Kurzfilm über die Klimakrise

Zusammen mit dem Journalisten George Monbiot hat die Klimaaktivistin Greta Thunberg ein eindringliches Video produziert. Die Botschaft: Es gibt drei Schlüssel, mit denen wir das Klima noch retten können.

Alarmsignal, schwarzer Bildschirm. „Das ist keine Übung“, sagt Greta Thunberg, während ihre Gestalt sich langsam aus dem Dunkel löst und sie uns direkt in die Augen blickt. „Mein Name ist Greta Thunberg. Wir stehen am Beginn eines Massensterbens. Unser Klima bricht zusammen. Kinder wie wir geben ihre Bildung auf, um zu demonstrieren.“ Naturaufnahmen, Bilder des Klimastreiks. „Aber wir können das noch reparieren. Du kannst es noch reparieren.“

Nach Klimastreiks, Auftritten im Fernsehen und Reden vor großem Publikum – wie zuletzt vor dem US-Senat – hat Greta Thunberg ein neues Medium gewählt, um für den Klimaschutz zu kämpfen: In Zusammenarbeit mit dem britischen Guardian-Journalisten und Umweltschützer George Monbiot hat die Aktivistin jetzt einen Kurzfilm veröffentlicht. Laut dem „Guardian“ soll er den Staatschefs und Beauftragten für Klima und Biodiversität der Vereinten Nationen in New York gezeigt werden.

Zentrales Thema: wie wir die Klimakrise noch lösen können

Der 3.41 Minuten lange Videoclip ist bei YouTube auf dem Kanal von Guardian News zu sehen – und auf der Website der Kampagne „Natural Climate Solutions“, die Monbiot in diesem Jahr gegründet hat. Das zentrale Thema des Films: wie wir die Klimakrise noch lösen können und was jeder Einzelne dafür tun sollte.

 

 

Filmproduzent Tom Mustill betonte gegenüber dem „Guardian“, der Film selbst sei so klimaschonend wie möglich entstanden: „Wir haben Züge nach Schweden genommen, um Greta zu interviewen, (…) haben Ökostrom für den Schnitt genutzt und Archiv-Bildmaterial recycelt, anstatt neu zu drehen.“

Die Natur als wichtiges Mittel, um das geschädigte Klima zu reparieren

Der Ton des Videos ist bedeutungsvoll und bestimmt, aber hoffnungsvoll: Immer wieder spricht Greta den Zuschauer direkt an, im Wechsel mit George Monbiot, den sie als „ihren Freund“ bezeichnet. Sie kündigt an, ihn erklären zu lassen, warum es nicht ausreicht, wenn wir auf fossile Brennstoffe verzichten – und welche Lösung direkt vor uns liegt.

„Es gibt eine magische Maschine, die Kohlendioxid aus der Luft saugt, sehr wenig kostet und sich selbst baut“, führt Monbiot aus. „Sie heißt… Baum.“ Mangroven, Moore, Regenwälder, Sümpfe, Meeresböden, Kelpwälder, Marsche und Korallenriffe seien daher eine „natürliche Klimalösung“ – und die Natur ein wichtiges Mittel, um das geschädigte Klima zu reparieren. Laut dem Journalisten könnten diese Lösungen einen „massiven Unterschied“ machen – allerdings nur, wenn wir gleichzeitig auch von fossilen Energien ablassen. „Ziemlich cool, oder?“, kommentiert Greta und lächelt.

Gerade jetzt zerstören wir die Natur schneller denn je

Shyla Raghav von der Non-Profit-Organisation „Conservation International“, die den Film mitfinanzierte, sagte dem „Guardian“: „Fakt ist, dass es uns ohne die Natur schlichtweg nicht gelingen wird, den Zusammenbruch des Klimas zu verhindern.“ Im Video betont Greta: Das Verrückte sei, dass wir dieses Mittel derzeit ignorieren. „Wir geben 1000 mal mehr für die globale Subvention von fossilen Energien aus als für naturbasierte Lösungen.“

Monbiot warnt zudem, dass wir gerade jetzt, wo wir die Natur am meisten brauchen, sie schneller als je zuvor zerstören. Ein großer Teil des arktischen Eises sei bereits verschwunden. „Bis zu 200 Arten sterben jeden Tag aus“, sagt Greta, untermalt von Schwarz-Weiß-Tieraufnahmen.

Ein einfacher Dreiklang: schützen, wiederherstellen und finanzieren

Was sollten wir also tun, was solltest du tun?, fragen Greta und Monbiot. Und bringen die Lösung im Anschluss auf einen einfachen Dreiklang: „Wir müssen schützen, wiederherstellen und finanzieren“, erklärt Greta. Konkret bedeute das: Wir müssen die Natur vor der Zerstörung schützen, der bereits zerstörten Natur helfen, sich wieder zu regenerieren und aufhören, Dinge zu finanzieren, die die Natur zerstören – und stattdessen solche, die ihr helfen.

Vor allen Dingen gehe es Monbiot zufolge jetzt darum, die vielen natürlichen Klimalösungen, die bereits genutzt werden, auf das nächste Level zu heben und sie in großem Maßstab einzusetzen. „Du kannst ein Teil davon sein“, appelliert Greta deshalb am Ende des Films. „Wähle Menschen, die die Natur verteidigen“, ergänzt Monbiot. Beide fordern dazu auf, das Video zu teilen und darüber zu sprechen. „Alles zählt. Was du tust, zählt.“

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „Utopia.de“ (Brigitte Rohm) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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