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15.08.2019

Große Mehrheit der VerbraucherInnen will Nutri-Score-Ampel

Die Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine Kennzeichnung von Lebensmitteln mit der Nährwertampel Nutri-Score aus. 69 Prozent der befragten Personen bevorzugten den Nutri-Score gegenüber dem von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner in Auftrag gegebenen Kennzeichnungsmodell „Wegweiser Ernährung“.

Das Forsa-Institut hatte 1.003 repräsentativ ausgewählten Verbraucherinnen und Verbrauchern online beispielhaft Lebensmittel gezeigt, die mit den beiden Nährwertmodellen – Nutri-Score-Ampel und „Wegweiser Ernährung“ – gekennzeichnet waren. Im Anschluss sollten die Teilnehmenden im direkten Vergleich beispielsweise bewerten, welches Modell verständlicher ist und die Wahl gesunder Lebensmittel eher erleichtert. Das Ergebnis ist deutlich: Der „Wegweiser Ernährung“ fiel beim Großteil der Verbraucherinnen und Verbraucher durch. Nur 25 Prozent sprachen sich für das Modell aus. Die Mehrheit der Befragten beurteilte es im Vergleich mit dem Nutri-Score eher als „kompliziert“ und „verwirrend“.

Menschen mit geringerer Bildung finden Nutri-Score-Ampel hilfreich

In der Umfrage sprachen sich vor allem jene Bevölkerungsgruppen für den Nutri-Score aus, die besonders stark von Fehlernährung betroffen sind. Die Befragten mit geringem formalem Bildungsgrad und jene mit starkem Übergewicht bevorzugten jeweils zu drei Vierteln den Nutri-Score. Beide Gruppen bewerteten den Nutri-Score auch häufiger als hilfreicher bei der Auswahl gesunder Produkte. Den „Wegweiser Ernährung“ hingegen empfand ein besonders großer Anteil der Personen mit starkem Übergewicht als das kompliziertere Label. 

Die Umfrage erfasste auch, wie wichtig den Verbraucherinnen und Verbrauchern bestimmte Eigenschaften bei einer Kennzeichnung sind. Ein Label muss demnach vor allem „eindeutig“ sein (72 Prozent halten dies für sehr wichtig), „leicht verständlich“ (70 Prozent) und „unkompliziert“ (61 Prozent). Genau diese Eigenschaften sahen die Befragten vor allem beim Nutri-Score gegeben. Detaillierte Informationen auf der Vorderseite der Verpackung wie beim „Wegweiser Ernährung“ waren den Menschen hingegen deutlich weniger wichtig (35 Prozent).            

In anderen Ländern gibt es längst die Nutri-Score-Ampel

foodwatch forderte gemeinsam mit den medizinisch-wissenschaftlichen Fachorganisationen Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf, jetzt schnellstmöglich den Nutri-Score einzuführen. Im Kampf gegen Fehlernährung und Übergewicht ist eine verständliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben ein wichtiger Baustein. Der von unabhängigen französischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte Nutri-Score wird bereits in Frankreich und Belgien verwendet, Spanien hat seine Einführung angekündigt und auch in Portugal, Luxemburg und der Schweiz wird über die Einführung diskutiert. Das Modell nimmt eine Gesamtbewertung der Nährwertzusammensetzung eines Produktes vor, indem es ernährungsphysiologisch günstige und ungünstige Nährwertbestandteile miteinander verrechnet und auf einer von grün nach rot abgestuften Farbskala einordnet. Mit dem Nutri-Score lassen sich so die Nährwerte verschiedener Lebensmittel wie Tiefkühlpizzen, Frühstücksflocken oder Fruchtjoghurts auf einen Blick vergleichen.

Den „Wegweiser Ernährung“ hat Julia Klöckner im Mai vorgelegt, das staatliche Max Rubner-Institut hatte das Modell in ihrem Auftrag entwickelt. Anders als beim Nutri-Score fehlt bei diesem „Waben“-Modell eine Einordnung in Ampelfarben. 

Die Forsa-Umfrage  wurde beauftragt von: Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten DANK, foodwatch e.V., Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Deutsche Diabetes Stiftung, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, DiabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Deutsche Adipositas-Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin

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Quelle   foodwatch 2019

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