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21.09.2019

Ölbeben - Wie die USA unsere Existenz gefährden

Während wir hier über den Klimawandel diskutieren, führt Trump die größte Volkswirtschaft der Welt in ein neues Ölzeitalter und schafft schmutzige Tatsachen. Von Alaska bis zum Golf von Mexiko werden ganze Landstriche zu Industriebrachen – mit globalen Folgen.

  • Was bedeutet die US-Energiedominanz für Deutschland und Europa?
  • Was bedeutet die Amerikas Vormachtstellung für unsere Umwelt, aber auch für unsere Sicherheit?

In Deutschland läuft die Debatte um den Klimawandel auf allen Kanälen, Europa will grün werden. Unterdessen führt Donald Trump die größte Volkswirtschaft der Welt in ein neues Ölzeitalter und schafft schmutzige Tatsachen. Wie kein Präsident vor ihm treibt er die Erschließung von Öl, Erd­gas und Kohle voran. Regulierungen werden gelockert oder ganz aufgehoben. Von Alaska bis zum Golf von Mexiko verwandeln sich ganze Landstriche in Industriebrachen. Die USA sind inzwischen wieder der größte Erdölproduzent der Welt – vor Saudi-Arabien und Russland. Das amerikanische »Ölbeben« hat Auswirkungen rund um den Globus.

Heike Buchter hat sich ein brandheißes Thema für ihr neues Buch gewählt. Sie beschreibt die öko­logischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Folgen von Trumps Politik der Energiedominanz für Deutschland und die Welt und zeigt: Wenn die USA weiter in diese Richtung gehen, wird eine Erderwärmung über die 1,5 Grad-Grenze hinaus nicht aufzuhalten sein. Den neuen Energiereich­tum, so Buchter, nutzen Trump und seine Regierung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geo­politisch aus. Sie machen aus ehemaligen Handelspartnern Konkurrenten, aus einstigen Verbün­deten Vasallen. Wie etwa aus Deutschland, das trotz Energiewende noch immer zu 80 Prozent von fossilen Brennstoffen abhängt. Selbst die OPEC ist durch die Ölschwemme aus den USA ge­schwächt, was wiederum Putin ermöglicht, Russlands Energiereserven als strategische Waffe einzusetzen. Fazit: Die neuen Energiemachthaber sind Donald Trump, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und Wladimir Putin.

Buchter schildert am Beispiel zahlreicher Protagonisten, wie es so weit kommen konnte und was das für unser Klima, unsere Sicherheit und unsere Zukunft bedeutet. Schon 2011 machte sich die Autorin auf die Spur des damals beginnenden Fracking-Booms. Seither verfolgt sie die neuen Öl­barone – von den Teersandgruben im kanadischen Alberta, über die Men Camps in North Dakota bis zu den Supertankern, die vom Golf von Mexiko nach Europa und Asien ablegen. Anschaulich beleuchtet Buchter auf diese Weise ein komplexes Spannungsfeld globaler Interessen.

Ihr Buch ist gleichermaßen informativ und hochspannend. Es zeigt: Eine europäische Antwort, sowohl auf die Energiefrage, als auch in sicherheitspolitischen Belangen, ist bitter nötig. Und wer glaubt, dass die Probleme mit dem Ende der Präsidentschaft von Donald Trump eines Tages wieder ver­schwinden, wird sich bitter enttäuscht sehen. Trump hat das Ölbeben nicht ausgelöst, sondern bestehende Entwicklungen verstärkt, und kein Präsident nach ihm wird die Konsequenzen ein­fach rückgängig machen können. Ein hoch aktuelles und lesenswertes Buch.

Heike Buchter berichtet seit 2001 von der Wall Street. Heute ist sie Wirtschaftskorres­pon­dentin für die Wochenzeitung »Die Zeit« in New York. Sie war die Erste, die ihrer Redaktion 2007 die Finanzkrise vorhersagte. 2014 war sie mit ihrem Buch »Blackrock. Eine Weltmacht greift nach unserem Geld« wiederum die Erste, die den amerikanischen Vermögensverwalter konsequent ins Licht der Öffentlichkeit gerückt hat.

Buchter zeigt, wie die Hintermänner an der Wall Street den Boom anheizen und wie das Öl der Fracker die Welt neu ordnet.

Das Buch ist für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2019 nominiert. Preisverleihung am Donnerstag, 17. Oktober 2019 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Frau Buchter wird am 17. und 18. September auf der Frankfurter Buchmesse sein. 

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Quelle   Campus Verlag | Margit Knauer 2019

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