Umweltschutz muss sich für Einzelnen lohnen
Menschen werden laut wissenschaftlicher Erhebung der University of Georgia erst aktiv, wenn es ihnen nützt.
Die meisten Menschen sind eher bereit, ihre Umgebung sauber zu halten, wenn sie glauben, dass sie persönlich davon profitieren. Das zeigt eine Untersuchung der University of Georgia. Die Betonung der Vorteile, die Freiwilligenarbeit im Dienste der Umwelt bieten kann – beispielsweise neue Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen oder aktiv zu bleiben – wäre eine wichtige Maßnahme auf dem Weg zum Ziel.
Positive Botschaften wirksamer
„Wenn wir über Botschaften nachdenken, glauben wir manchmal, Aufmerksamkeit zu erregen, wenn wir den Menschen sagen, dass sie etwas verlieren, wenn sie auf etwas verzichten. Doch positiv ausgelegte Botschaften können viel mehr bewirken“, urteilt Studienautorin Jennifer Gay. Das Team um Gay hat zwei Umfragen mit mehr als 1.000 Erwachsenen in den USA durchgeführt, die in Küstenregionen von Georgia bis Kalifornien leben.
Die Probanden wurden zunächst gebeten, persönliche Hindernisse für ehrenamtliche Mitarbeit bei Umweltsäuberungsaktionen und mögliche positive Auswirkungen einer Teilnahme zu berücksichtigen. Um diese Empfindungen einzuschätzen, sollten sie den Satz vervollständigen: „Wenn ich beim Sport im Freien Müll aufsammle, werde ich…“ Die Teilnehmer beantworteten diese Fragen mit: „…wahrscheinlich neue Leute kennenlernen.“ oder „…werde ich mich wahrscheinlich fitter fühlen.“
In der zweiten Umfrage wurden dieselben Küstenbewohner zu ihren gegenwärtigen und künftigen umweltfreundlichen Handlungen und Überzeugungen sowie zu ihrem körperlichen Aktivitätsniveau befragt. Beispielsweise, wie wahrscheinlich es sei, dass sie Müll aufsammeln würden, wenn sie Botschaften zum Schutz der Meeresfauna oder zur Säuberung von Stränden sowie zu Vorteilen für die körperliche und geistige Gesundheit (wie Herzgesundheit und Stressabbau) erhalten würden.
Menschen für Gutes gewinnen
In beiden Umfragen fand die Verknüpfung von Küstensäuberungsaktionen mit etwas Positivem wie besserer Fitness bei den Teilnehmern großen Anklang. Die Befragten sagten mehrheitlich, dass sie eher bereit wären, bei der Säuberung der Strände mitzuhelfen, wenn der Aufruf dazu weniger auf die Probleme durch Müll und andere negative Folgen auf die Umwelt gerichtet wäre, sondern stärker auf die Vorteile für den Menschen – also das soziale, psychische und körperliche Wohlbefinden.
Die Forscher der University of Georgia glauben, dass sich die Erkenntnisse auch nutzen lassen, um die Bereitschaft zu stärken, die Natur besser zu schützen, sodass Menschen ihren Müll nicht einfach auf Straßen und Wanderwegen entsorgen. „Es besteht das Potenzial, neue Zielgruppen durch Kampagnenbotschaften, die sich auf diese positiven Vorteile konzentrieren, für die Vermeidung von Müll zu gewinnen“, so Gays Kollegin, die Meereswissenschaftlerin Katy Smith.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!







