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© Depositphotos | rclassenlayouts | Jetzt raus aus dem Kohlegeschäft und rein in die Erneuerbaren Energien, fordern Umweltschutzorganisationen.

Energieversorger setzen weiter auf Strom aus fossilen Brennstoffen

Eine Studie der Universität Oxford hat weltweit die Aktivitäten von 3000 Versorgungsunternehmen in den vergangenen zwanzig Jahren analysiert. Demnach stellt der Sektor insgesamt langsam oder gar nicht auf saubere Energie um.

Energieversorger auf der ganzen Welt investieren weiterhin stark in die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Oxford, die jetzt in der Zeitschrift Nature Energy veröffentlicht wurde ( A global analysis of the progress and failure of electric utilities to adapt their portfolios of power-generation assets to the energy transition). Aus Sicht der Autorin Galina Alova untergraben die Unternehmen damit den globalen Übergang zu Netto-Null-Emissionen.

Der Universität Oxford zufolge ist die jetzt publizierte Studie die erste, die Elektrizitätsversorger weltweit untersucht. Mithilfe maschinellen Lernens seien die Aktivitäten von mehr als 3000 Unternehmen in den vergangenen zwei Jahrzehnten analysiert worden. Ergebnis: Nur zehn Prozent der Unternehmen erweitern ihre auf erneuerbaren Energien basierende Stromerzeugungskapazität schneller als ihre mit Gas oder Kohle befeuerte Kapazität. Und selbst von diesen zehn Prozent investieren viele parallel zu erneuerbaren Energien auch weiterhin in fossile Brennstoffe, wenn auch langsamer.

„Diese Studie zeigt eine besorgniserregende Lücke zwischen dem, was zur Eindämmung der globalen Erwärmung erforderlich ist, und den Maßnahmen des Versorgungssektors“, so Studienautorin Galina Alova, die an der Smith School of Enterprise and the Environment forscht. Obwohl es einige hochkarätige Beispiele für einzelne Elektrizitätsversorger gebe, die in erneuerbare Energien investieren, zeige die Studie, dass der Sektor insgesamt langsam oder gar nicht auf saubere Energie umstelle. Abgesehen von dem Schaden für das Klima bestehe durch die fortgesetzten Investitionen von Versorgern in fossile Brennstoffe das Risiko sogenannter Strandes Assets, also verlorener Vermögenswerte, beispielsweise wenn Kraftwerke vorzeitig stillgelegt werden müssen – ein besonders kritischer Aspekt angesichts der laufenden Corona-Pandemie, welche die öffentlichen und privaten Finanzen sowie die Lieferketten belaste.

Viele Länder und Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Netto-Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden. Dafür müssen fossile Brennstoffe in der gesamten Wirtschaft durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pv-magazine“ (Petra Hannen) 2020 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von Petra Hannen 2020 weiterverbreitet werden! | Mehr Artikel von Petra Hannen„pv magazine“ 02/2020 | Online bestellen!

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