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20.10.2017

Die Koalitionsgespräche und das deutsche Emissionsbudget

Hier die wichtigsten Fakten zum deutschen Emissionsbudget. Wie viele Jahre reicht es noch?

Wir füllen die Atmosphäre mit CO2 wie eine Badewanne mit Wasser. Man kann nur eine begrenzte Wassermenge hineinlaufen lassen, bevor die Wanne überläuft. Je eher man den Hahn drosselt, desto länger kann man noch Wasser laufen lassen. So ähnlich ist es auch mit dem Deponieraum für CO2 in der Atmosphäre. Hier die wichtigsten Fakten zum deutschen Emissionsbudget. Wie viele Jahre reicht es noch?

Diese Woche beginnen die Koalitionsgespräche über die künftige Bundesregierung. Alle potenziellen Regierungspartner bekennen sich dazu, das Pariser Klimaschutzabkommen umzusetzen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, haben Bundestag und Bundesrat doch im September 2016 den Beitritt zu dem Abkommen einstimmig beschlossen. Aber was bedeutet das Pariser Abkommen konkret für unseren weiteren CO2-Ausstoß? Dringenden Handlungsbedarf ohne Aufschub, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt.

Warum gibt es ein begrenztes Emissionsbudget?
Unsere CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und (zu einem kleinen Teil) aus Entwaldung sind die Hauptursache der globalen Erwärmung. CO2 ist ein langlebiges Treibhausgas – einmal in die Luft entlassen, verschwindet es nicht so leicht. Zumindest ein großer Teil davon nicht – so verhindern unsere Emissionen in diesem Jahrhundert wahrscheinlich sogar die nächste, in 50.000 Jahren fällige Eiszeit, weil selbst dann noch genug CO2 in der Atmosphäre übrig sein wird. (Allerdings verteilt sich das CO2 auch auf Ozeane und Wälder, sodass die Atmosphäre eher wie eine löchrige kleinere Badewanne in einer größeren Wanne ist, deren Aufnahmefähigkeit aber ebenfalls begrenzt ist. Mehr zum Kohlenstoffkreislauf in diesem früheren Beitrag.)

Fakt ist aber: wer die globale Erwärmung begrenzen will, der kann nur noch eine begrenzte Gesamtmenge in die Luft pusten. Je größer diese ist, desto wärmer wird es auf der Erde. Im Pariser Abkommen wurde von fast allen Staaten der Erde (195 Stück) im Konsens beschlossen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 °C. Dieses Ziel bedeutet automatisch eine begrenzte Restmenge an CO2-Emissionen.

Allerdings lässt sich diese nur ungenau beziffern. Erstens liegt das an der Spanne von 1,5 bis 2 °C Erwärmung, dem sogenannten Paris-Korridor. Da wir heute schon bei über 1 °C Erwärmung liegen, ist der verbleibende Spielraum irgendwo zwischen 0,5 und 1 °C – bereits ein Faktor 2. Dazu kommt: es gibt noch andere Treibhausgase sowie den kühlenden Effekt von Smog (Aerosolen) – wie wir damit umgehen beeinflusst natürlich, wie viel Spielraum beim CO2 bleibt. Hinzu kommen die verbleibenden Unsicherheiten in der Reaktion des Klimasystems. So ist es nicht verwunderlich, dass die Spanne der mit dem Paris-Korridor kompatiblen Emissionsbudgets für CO2 zwischen 150 und 1050 Milliarden Tonnen (Gigatonnen, Gt) liegt (siehe dazu den Übersichtsartikel von Glen Peters).

Fakt ist aber: wer die globale Erwärmung begrenzen will, der kann nur noch eine begrenzte Gesamtmenge in die Luft pusten. Je größer diese ist, desto wärmer wird es auf der Erde. Im Pariser Abkommen wurde von fast allen Staaten der Erde (195 Stück) im Konsens beschlossen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 °C. Dieses Ziel bedeutet automatisch eine begrenzte Restmenge an CO2-Emissionen.

Abb. 1 Die deutschen CO2-Emissionen und Ziele. Die blauen Geraden zeigen Verläufe mit einem Budget von 7 Gt ab 2018, bei sofortiger linearer Minderung (durchgezogen) und bei Minderung erst ab 2022. Diese Linien habe ich mit freundlicher Genehmigung der Originalgrafik von Volker Quaschning zugefügt.   

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