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22.08.2018

EU will Klimaziele anheben

Das bisherige Klimaziel der Europäischen Union für 2030 reicht nicht aus, um die Anforderungen des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen. Die EU-Kommission will das Ziel nun etwas erhöhen. Umweltschützern geht das nicht weit genug. Von Joachim Wille und Verena Kern

Mit ihrem bisherigen Klimaziel für 2030 ist die Europäische Union noch nicht in der Paris-Spur – die Anforderungen des Zwei-Grad-Limits, die das Pariser Klimaabkommen vorgibt, werden so nicht erfüllt. Die EU-Kommission will das Ziel nun etwas erhöhen – die CO2-Emissionen sollen um 45 Prozent statt nur 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 abgesenkt werden. Umweltschützer halten hingegen ein Minus von 55 Prozent für notwendig.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete sagte jetzt in Brüssel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA, er wolle die Frage "demnächst den Mitgliedsstaaten vorlegen". Der Spanier will dazu im Oktober einen offiziellen Beschluss der EU-Staaten erreichen.

Es wäre auch ein Signal an die nächste UN-Klimakonferenz, die im Dezember im polnischen Katowice stattfinden wird. Dort soll Bilanz gezogen werden, inwieweit die bisherigen nationalen CO2-Ziele der Paris-Unterzeichnerländer nachgeschärft werden müssen.

Bisher reichen die Selbstverpflichtungen zusammengenommen bestenfalls aus, um die Erderwärmung auf drei Grad zu begrenzen. Laut Paris-Vertrag liegt das Limit aber bei deutlich unter zwei Grad, besser noch 1,5 Grad.

So soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Bedarf auf 32 statt auf 27 Prozent anwachsen und die Energieeffizienz um 32,5 statt um 30 Prozent steigen. "Auf Grundlage unserer Rechenmodelle würden wir de facto eine Reduzierung der Treibhausgase um 45 Prozent in der EU erreichen", sagte Arias Cañete. Er sieht die EU damit "in einer starken Position, sich an der politischen Diskussion über ehrgeizigere Ziele bei der bevorstehenden Weltklimakonferenz in Katowice zu beteiligen."

Beim Katowice-Gipfel, im Klimadiplomatenjargon COP 24, sollen entscheidende Zusatzvereinbarungen zum Paris-Gipfel von 2015 getroffen werden. Damals einigte sich die Weltgemeinschaft, die globale Erwärmung bei maximal zwei Grad, besser aber bei 1,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen, um katastrophale Folgen für das Weltklima wie das Abschmelzen des Grönland-Eisschildes oder das Austrocknen des Amazonas-Regenwaldes abzuwenden.

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Verena Kern und Joachim Wille) 2018 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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