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17.09.2018

Greenpeace-Aktivisten protestieren mit Gleitschirm über Hambacher Forst gegen RWEs Kohlepläne

Mit einem Protestflug über dem Hambacher Forst demonstrieren Greenpeace-Aktivisten heute für mehr Klimaschutz und gegen die aktuelle Räumung und geplante Rodung des Waldes.

„Klima schützen – Kohle stoppen“, fordern die Umweltschützer auf einem Banner, das der motorisierte Gleitschirm hinter sich herzieht. Der Energiekonzern RWE plant den jahrhundertealten Wald abzuholzen, um die darunter liegende Braunkohle abzubaggern. Seit Tagen lässt die Landesregierung die Protestbaumhäuser von Umwelt- und Klimaschützern im Wald räumen. Gestern  demonstrierten etwa 6000 Menschen friedlich für den Schutz des Waldes und einen schnellen Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle.

„Die friedlichen Proteste von tausenden Menschen für den Schutz des Waldes und des Klimas zeigen, dass der gesellschaftliche Konflikt um die Kohle immer breiter wird“, sagt Greenpeace-Sprecher Christoph Lieven. „Dieser Konflikt lässt sich nicht mit Räumtrupps und juristischen Winkelzügen lösen, sondern nur mit einem Kompromiss, wie ihn die Kohlekommission derzeit erarbeitet. Die Räumung muss sofort eingestellt und die Rodung aufgeschoben werden, bis die Kommission ihre Arbeit abgeschlossen hat.“

Morgen trifft sich die seit dem Frühsommer tagende Kohlekommission erneut in Berlin. Sie soll bis Ende des Jahres einen Fahrplan entwickeln, wie Deutschland sozialverträglich und im Einklang mit den Klimazielen aus der Kohle aussteigt. Damit Deutschland einen fairen Beitrag zum in Paris vereinbarten Klimaziel leistet, den Temperaturanstieg möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, muss ein Großteil der Braunkohlevorräte unter der Erde bleiben. Damit würde auch die Zerstörung des Hambacher Walds überflüssig. „RWE kann nicht mit der Kettensäge Fakten schaffen, während in Berlin das Ende der Braunkohle diskutiert wird,“ so Lieven. „Auseinandersetzung wie Wackersdorf haben gezeigt, dass solche Konflikte nur durch gesellschaftliche Kompromisse zu lösen sind. Bis ein solcher gefunden ist, muss die Bundesregierung das Räumen und Roden stoppen.“

Dürresommer unterstreicht Notwendigkeit zu handeln

Der Dürresommer 2018 hat die fatalen Folgen gezeigt, die der voranschreitende Klimawandel auch hierzulande mit sich bringt. Damit Deutschland seine völkerrechtlich bindenden Zusagen zum Pariser Klimavertrag einhält, muss der CO2-Ausstoß schnell und deutlich sinken. Wie Deutschland sein Klimaziel für das Jahr 2020 noch erreichen kann und dabei die Versorgung mit Strom und Wärme sicherstellt, zeigt eine im Auftrag von Greenpeace erstellte Studie des Fraunhofer-Instituts. Sie schlägt vor, ältere Braunkohleblöcke zu drosseln oder abzuschalten und den Ausbau von Wind- und Solarkraft wie im Koalitionsvertrag versprochen zu beschleunigen. So könnten die deutschen CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Ohne zusätzliche Anstrengungen wird dieses Ziel nach heutigem Stand überdeutlich um etwa ein Viertel verfehlt.

Energieszenario 2020 | Deutschland kann sein Klimaschutzziel, bis 2020 seine Treibhausgase um 40 Prozent (im Vergleich zu 1990) zu senken, noch erreichen. Dazu muss ein Drittel aller Braunkohlekraftwerke sofort abgeschaltet werden, bei einem weiteren Drittel muss die Leistung moderat gedrosselt werden.

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Quelle   Greenpeace 2018

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