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01.10.2018

Politik muss Ergebnisse des IPCC aufgreifen

In wenigen Tagen erscheint der Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel. Der Weltklimarat hat alle wichtigen Forschungsarbeiten darüber zusammengetragen, ob und wie sich die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen lässt und wie der Klimawandel die Erde verändert. Die Politik darf die Ergebnisse nicht ignorieren und die Zusammenfassung des Berichts nicht verwässern.

n der ersten Oktoberwoche treffen sich Wissenschaftler und Regierungsvertreter in Südkorea, um die Zusammenfassung des Sonderberichts des Weltklimarates IPCC zum 1,5-Grad-Ziel zu verabschieden. Der Startschuss zu diesem klimawissenschaftlichen Meilenstein war das Mandat der Regierungen beim Klimagipfel von Paris. Es geht vor allem um vier wichtige Fragen:

1. Wie lässt sich das 1,5-Grad-Ziel erreichen?

Der Bericht wird sich stark auf die Frage konzentrieren, was zu tun ist, um durch Emissionsreduktionen die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Wie schnell, in welchen Branchen, mit welchen technologischen, politischen und Lebensstil-Lösungen und zu welchen Kosten, Risiken und Nutzen?

Ein wichtiger Schritt, der durch den IPCC-Bericht und eine kritische Auseinandersetzung mit bisherigen Szenarien angestoßen wurde, war die Entwicklung neuer Szenarien. Die Szenarien beschreiben Wege zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze mit einer viel geringeren Abhängigkeit von der oft problematischen CO2-Entfernung und dem vorübergehenden Überschreiten des 1,5-Grad-Temperaturziels als in früheren Modellen.

Ein gemeinsames Merkmal dieser Szenarien ist, dass wir CO2- und andere Treibhausgasemissionen sehr, sehr schnell umfassend reduzieren müssen. Wir können damit nicht erst in zehn oder 15 Jahren beginnen, sondern müssen das jetzt tun.

Eine umfassende Verringerung der Emissionen würde die Notwendigkeit reduzieren, sich auf spekulative und potenziell riskante Technologien zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu verlassen. Vieles davon kann mit heute bereits verfügbaren Technologien erreicht werden – vor allem durch den beschleunigten Übergang zu erneuerbaren Energiequellen.

Frühere IPCC-Debatten haben gezeigt, dass Regierungen oft versuchen, klare Aussagen zu verwässern, indem sie hervorheben, dass die Wissenschaftsorganisation kein politisch-normsetzendes Mandat hat. Wir könnten nun eine ähnliche Reaktion in Südkorea sehen. Da beispielsweise die Kohleverbrennung eine der bedeutendsten Quellen für CO2-Emissionen ist, wäre eine logische Konsequenz im Bericht, einen starken Rückgang der Kohleemissionen (bis zum Ausstieg) zu empfehlen.

Es ist dann aber die Aufgabe der politischen Entscheidungsträger, auf globaler, nationaler und lokaler Ebene, Richtlinien für die Bewältigung solcher Transformationen zu entwickeln und nicht zu versuchen, wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zu verbergen.

Es ist auch wichtig, die Ergebnisse in Bezug auf Landwirtschaft und Landnutzung genauer zu betrachten. Organisationen wie Care setzen sich für landwirtschaftliche Praktiken ein, die ein nachhaltiges, produktives, gerechtes und widerstandsfähiges Ernährungssystem fördern, mit besonderem Schwerpunkt auf Kleinbäuerinnen und deren Familien.

Dies sind Schlüsselkriterien, die angesichts der 1,5-Grad-Grenze bei einem verstärkten Klimaschutz im Landwirtschaftsbereich Anwendungen finden sollten.

2. Was lernen wir über die Auswirkungen des Klimawandels?

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Sven Harmeling) 2018 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! Der Geograf, Umweltökonom und Politikwissenschaftler Sven Harmeling leitet den Bereich Klimapolitik bei der Entwicklungsorganisation Care International. Seit vielen Jahren begleitet er für Nichtregierungsorganisationen die UN-Klimaverhandlungen.

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