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07.04.2018

Gelingt der Autoindustrie die Neuerfindung?

"Die Last mit der Blechlawine ist längst größer als die Lust am Fahren." Viele Menschen suchten daher nach Alternativen. "Weltweit gibt es bereits über eine Milliarde Fahrzeuge auf den Straßen, davon allein in Deutschland fast 50 Millionen."

"Die Verkehrswende ist überfällig"

Dieselskandal, Betrügereien bei der Typenzulassung, Preis- und Strategieabsprachen: Die Autoindustrie ist in die Kritik geraten, die Zweifel an ihrem Reformwillen sind groß. Trotzdem feiert sie immer noch Absatzerfolge und macht satte Gewinne. Doch wie lange noch? Das Buch zur längst überfälligen Verkehrswende.  

»So, wie es bisher funktioniert hat, geht es nicht mehr weiter. Wir müssen uns Gedanken machen, wie der Verkehr der Zukunft aussieht«, kommentierte der Mobilitätsforscher Andreas Knie vergangene Woche das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen Dieselfahrverbote. In seinem zusammen mit Weert Canzler verfassten neuen Buch "Taumelnde Giganten. Gelingt der Autoindustrie die Neuerfindung?" erklärt er, welche Weichen die Autoindustrie jetzt stellen muss, um auch bei der Mobilität der Zukunft weiterhin eine Rolle zu spielen.

"Wir werden mit weniger Autos in den Städten auskommen müssen"

Über viele Jahrzehnte war das private Auto Teil des Traums vom "guten Leben". Der Staat schuf die dazu notwendige Infrastruktur, die Automobilindustrie – politisch hervorragend vernetzt und vom Erfolg verwöhnt – garantierte jede Menge Arbeitsplätze. Wie sehr dieses Bild ins Wanken geraten ist, beobachten Weert Canzler und Andreas Knie schon länger. "Die Last mit der Blechlawine ist längst größer als die Lust am Fahren." Viele Menschen suchten daher nach Alternativen. "Weltweit gibt es bereits über eine Milliarde Fahrzeuge auf den Straßen, davon allein in Deutschland fast 50 Millionen." Der Ausstoß hoher Mengen an Emissionen, die Verunstaltung des öffentlichen Raums und ein viel zu hohes Verkehrsaufkommen seien nur einige der nachteiligen Folgen davon.

"Die Autokonzerne müssen sich neu erfinden – aber das funktioniert nicht ohne Druck"

Doch wie kann der Einstieg in eine neue Mobilität aussehen? Sind andere Formen der Mobilität jenseits des privaten Autobesitzes bereits erkennbar? Schafft die Autoindustrie die Verkehrswende? Und was muss die Politik tun? Weert Canzler und Andreas Knie sind überzeugt: »Die wichtigste Aufgabe der Verkehrspolitik besteht darin, die vorhandenen Fahrzeuge intelligenter zu nutzen und mit weniger Autos in der Stadt auszukommen – die der Autokonzerne darin, sich von Grund auf neu zu erfinden.« Von selbst gelänge das der Branche aber sicher nicht, warnen sie: »Veränderte politische Rahmenbedingungen, neue Bündnisse und die Konsumenten werden die Unternehmen zu ihrem Glück zwingen müssen.«

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Quelle   oekom verlag 2018

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