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19.11.2018

Winter-Buffet für Vögel eröffnen

Naturnahe Gärten bieten ganzjährig Nahrung – auf Hygiene am Futterplatz achten

Für die laufende Woche rechnet der Wetterdienst mit winterlichen Temperaturen. Jetzt ist die richtige Zeit, um sich Gedanken über eine eigene Futterstation zu machen. In dieser kalten Jahreszeit wollen viele Menschen etwas für die Vogelwelt tun. Doch Vögel zu füttern ist biologisch nicht notwendig. „Optimal wäre es, wenn unsere Vögel das ganze Jahr über in der Natur satt werden. Wenn sie sich in naturnahen Gärten, in einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft und auf Stoppelfeldern bedienen können sowie eine Vielzahl von Beerensträuchern, Samen und Körnern finden“, sagt Ornithologe Stefan Bosch. Doch das ist leider nicht überall der Fall.

Im aktuellen Mastjahr mit reichlich Bucheckern, Eicheln und Nüssen machen sich die Gartenvögel allerdings noch rar. „Statt Sonnenblumenkerne am Futterhaus zu naschen, finden Körnerfresser wie Buchfink, Kohlmeise und Kernbeisser noch reichlich Nahrung an Waldrändern. Drosseln und Rotkehlchen holen sich Reste von Fallobst“, erklärt Bosch, der Fachbeauftragter für Vogelschutz des NABU Baden-Württemberg ist. Knapp wird das Futter erst bei längerem Frost und geschlossener Schneedecke. Rund 15 Vogelarten, darunter Meisen, Finken, Rotkehlchen und diverse Drosselarten, profitieren von der Winterfütterung in Siedlungsgebieten. „Beim Füttern lässt sich die heimische Vogelwelt aus nächster Nähe beobachten – mitten in der Stadt, im Park, auf dem Balkon oder im Garten. In unserer teils hektischen Zeit bietet sich so die Chance, die Vögel in Ruhe zu beobachten und ihre Eigenarten besser kennenzulernen“, sagt Bosch. Spannend ist das auch für Kinder und Jugendliche, die teils wenig Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Naturerlebnissen haben. Und viele engagierte Naturschützerinnen und Naturschützer haben einst als kleine, begeisterte Beobachter und Beobachterinnen am winterlichen Futtersilo begonnen.

Vögel haben unterschiedliche Geschmäcker

Geschmäcker sind verschieden, auch bei den Vögeln. Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen verschiedener Größe. „Reine Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern haben einen kräftigen Schnabel und öffnen damit Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Sämereien“, erklärt Bosch. Daneben überwintern bei uns die Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Sie bevorzugen tierische Kost und feine Sämereien wie Hirse oder Leinsamen. Meisen, Spechte und Kleiber stellen im Winter von Weichfutter auf Körner um. Wer mehrere Vogelarten beobachten möchte, kann verschiedene Plätze mit unterschiedlicher Nahrung anbieten.

Für die einen kann in Bodennähe ein Futterspender mit Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie aufgestellt werden. Auch ungesalzene Nüsse werden sehr gern angenommen. „Hygiene ist enorm wichtig, damit sich keine Krankheitskeime unter den Vögeln ausbreiten. Spezielle Bodenfutterspender und Futterröhren mit nachrutschendem Futter, Fettblockhalter und andere, kleinere Futtergeräte helfen dabei“, sagt Bosch. Außerdem kann eine Fett-Samen-Mischung, die beispielsweise Meisen gerne mögen, selbst herstellt und in kleinen Blumentöpfen oder halbierten Kokosnussschalen angeboten werden.

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Quelle   NABU 2018

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