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Jean Ziegler: Das Weltgewissen ist tot

Jean Ziegler ist gestorben. Das „Weltgewissen aus der Schweiz“ (TAZ) ist tot. Kaum jemand verkörperte dieses „Weltgewissen“ so intensiv, so lange und so überzeugend wie der Schweizer Soziologe, Politiker und Kämpfer für soziale Gerechtigkeit.

Jean Ziegler engagierte  sich aus dem reichsten Land der Welt, der Schweiz, in der UNO im Kampf für die Armen. Er bekämpfte die „kannibalische Weltordnung“, in der bis heute mehr als eine Milliarde Menschen keine Chance auf ein menschenwürdiges Leben haben.  „Diese Armen verhungern nicht, wir ermorden sie“, sagte er auch in meiner „Querdenker“-Sendung auf 3sat.

Zieglers Prominenz und seine unvergleichliche Fähigkeit, Unrecht als solches zu benennen, machte ihn zum Vorkämpfer für eine bessere Welt. Er „brachte die Menschen dazu, sich nicht mit den Dingen abzufinden, mit denen man sich nicht abfinden darf. Das war seine wichtigste Fähigkeit und seine größte Leistung. So belebte er auch das Amt des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung, das er im Jahr 2000 übernahm. Aus dieser Zeit stammt Zieglers wohl berühmtester Satz: „Ein Kind, das heute am Hunger stirbt, wird ermordet.“ (TAZ 11. Juni 2026).

In seinen politischen Einschätzungen lag er nicht immer richtig. Allzu lange verschloss er die Augen vor den Menschenrechtsverletzungen des Massenmörders Pol Pot in Kambodscha oder des Diktators Al Gaddafi in Libyen oder auch des Menschenverächters Robert Mugabe in Simbabwe. Dafür entschuldigte er sich später. Putins Aggression in der Ukraine verurteilte er von Anfang an, ohne die Fehler der blinden Nato-Osterweiterung zu übersehen.

Jean Ziegler wurde nicht müde, auf den Skandal hinzuweisen, dass in unserer reichen Welt täglich zehntausende Menschen verhungern. In dieser Welt der Sperreichen und der Tech-Milliardäre ist der Tod eines „Weltgewissens“ besonders schmerzlich. Doch im Moment sieht es so aus, als könnte Papst Leo XIV. dieses fehlende „Weltgewissen aus der Schweiz“ ersetzen.  

Quelle

Franz Alt 2026

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