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Fotolia.com | Eray-Haciosmanogl | Weniger als 40 Prozent des genutzten Plastiks wird heutzutage recycelt.

© Fotolia.com | Eray-Haciosmanogl | Kreislaufwirtschaft: Das alleine reicht für Null-Emissionen nicht

Recycling reicht nicht für EU-Null-Emissionen

Insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Energien ist laut Wissenschaftlern der sicherste Weg.

Die EU hat ihre klimatische Zukunft auf eine gewagte Wette gesetzt, warnen Forscher der Nanjing University of Information Science and Technology und der Princess Nourah bint Abdulrahman University. Die Pläne der Staatengemeinschaft gingen davon aus, dass grüne Innovationen, der industrielle Wandel und eine umfassende Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft gemeinsam bis 2050 Klimaneutralität erreichen können, mit dem Zwischenziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken.

Emissionen können sogar zunehmen

Die ökonometrische Studie der Forscher in Asien legt jedoch nahe, dass dieser Dreiklang weitaus fragiler und an viel mehr Bedingungen geknüpft ist, als die politischen Entscheidungsträger vielleicht glauben möchten. Auf Grundlage einer Analyse von 675 Länder-Jahres-Beobachtungen aus den Jahren 2000 bis 2024 entnehmen die Forscher die Erkenntnis, dass die ökologischen Vorteile von Kreislaufwirtschaft und grüner Technologie nicht automatisch eintreten.

Die Experten der Nanjing University of Information Science and Technology und der Princess Nourah bint Abdulrahman University zeigen sich nur unter bestimmten Bedingungen an bestimmten Punkten entlang der Emissionsverteilung und könnten kurzfristig sogar eine umgekehrte Entwicklung nehmen. Es stehe viel auf dem Spiel.

Industrialisierung bleibt eine Säule

Energieintensive Industrien wie die Stahl-, Chemie- und Fertigungsindustrie sind laut den Experten für rund 27 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen in Europa verantwortlich, ebenso wie für mehr als 35 Prozent der Schwefeloxidemissionen und 31 Prozent der Stickoxidemissionen.

Die Industrialisierung bleibe eine Säule der wirtschaftlichen Entwicklung und des Strukturwandels in der EU, erhöhe jedoch weiterhin CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Rohstoffgewinnung. Der europäische Grüne Deal und sein Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft seien darauf ausgelegt worden, diesen Zusammenhang zu durchbrechen, indem Recycling, Abfallvermeidung und Ressourcenrückgewinnung zur Entkopplung von Wachstum und Umweltzerstörung gefördert würden.

Als zuverlässigstes Instrument zur Emissionsreduzierung empfehlen die Autoren den zunehmenden Verbrauch erneuerbarer Energien. Die Kreislaufwirtschaft sei allerdings auch nicht zu verachten, obwohl sie durch das Einsammeln und Aufbereiten von vermeintlichen Abfällen die Emissionen ankurbele.

Schätzungen zufolge generieren kreislaufwirtschaftliche Aktivitäten allerdings bereits eine Wertschöpfung von mehr als 600 Mrd. Euro durch eine verbesserte Ressourcennutzung und Abfallverwertung, und etwa 11,8 Prozent des Materialverbrauchs in der EU stammen mittlerweile aus recycelten und Sekundärmaterialien.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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