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Hure oder Gefährtin – Verräter oder Freund?

Die wahre Geschichte von Jesus, Maria Magdalena und Judas. Ein Kommentar von Franz Alt über sein Buch mit Video.

Jeden Tag erscheinen drei neue Jesus-Bücher auf der Welt. Das sind jedes Jahr tausend Bücher über einen Menschen, der vor 2000 Jahren gelebt hat, ein einmaliges Phänomen. Brauchen wir noch mehr Jesus-Bücher? Ist nicht längst alles über ihn bekannt?

Mein neues Jesus-Buch erzählt die größte Liebe aller Zeiten: Die Liebe Jesu zu seinem „Abba“, seine Liebe zu allen Menschen, die bedingungslose Liebe zwischen Jesus und seiner Gefährtin Maria Magdalena, welche die Kirche zu einer Hure gemacht hat sowie die Liebe zwischen Jesus und Judas, den die Kirche zum „Verräter“ stempelte und damit den Samen für 2000 Jahre Antisemitismus pflanzte. Verrat statt Liebe. Heute wissen wir es besser und wir wissen mehr. Wir kennen den aramäischen Jesus und es tauchten das „Evangelium der Maria Magdalena“ und das „Judas-Evangelium“  auf. Die Bibel ist voller Fake News. Woher kommt das?

Jesus sprach nicht die Sprache der neutestamentlichen Überlieferung, das Griechische, sondern seine Muttersprache, das Aramäische, die erste Weltsprache überhaupt. Dies ändert viel Fragwürdiges, Widersprüchliches, Unsinniges und Gnadenloses, das wir in den griechischen Texten finden. Mein Arbeitsmotto: Wissen ist besser als blind glauben. Und: immer in der Spur Jesu bleiben.

Alles Schöpferische Denken ist immer ein Umdenken. Das größte Wunder ist die Umkehrmöglichkeit des menschlichen Willens. Zweifel und Kritik ist der Anfang jeden wirklichen Glaubens. Die Kirche muss immer neu in die Schule Jesu gehen, erwachsen werden und endlich ihre Windeln abstreifen. Nur dann wird es aufhören, dass sie eine Generation nach der anderen verliert. Reformation von unten ist die ewige Aufgabe der Kirche.

In unserer Lernfähigkeit steckt der Sinn unseres Hierseins. Das hat uns Jesus vorgelebt. Unsere Lernfähigkeit hängt mit unserer göttlichen Quelle zusammen, die in jedem und jeder von uns sprudelt, wenn wir sie sprudeln lassen.

„Die außergewöhnlichste Liebe aller Zeiten – Die wahre Geschichte von Jesus, Maria Magdalena und Judas“. Warum habe ich dieses Buch geschrieben? Gleich vorweg: Jesus und Maria Magdalena, die angebliche Hure, waren ein Traumpaar und Judas war nicht der „Verräter“ Jesu, sondern sein bester Freund.

Leider sind alle Evangelien aus dem Griechischen übersetzt. Doch Jesus hat Aramäisch gesprochen. Der Aramäisch-Experte und Theologe Günther Schwarz kam nach 50-jährigem Studium von Jesu Muttersprache zum Schluss, dass jedes zweite Jesus-Wort in der offiziellen Bibel falsch übersetzt ist. Und dass auch viele Angaben über Judas und Maria Magdalena nicht stimmen können. Seine Erkenntnis: „Was die Christen glauben, Jesus lehrte es nicht! Und was Jesus lehrte – die Christen wissen es nicht“.

Ein Beispiel: Nach dem Vaterunser, das Sie in Ihrer Bibel vorfinden, hat Jesus gebetet: …und führe uns nicht in Versuchung“. Ist der Gott Jesu ein Sadist oder ein Zyniker, der uns in Versuchung führen will? Nein. Im Aramäischen hat Jesus so gebetet: „…und führe uns in der Versuchung“. Das ist etwas völlig anderes. Der Bischof von Innsbruck nennt die klassische Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ ein „erbärmliches Gottesbild“. Er hat recht.

Diese Übersetzung hat inzwischen auch der Papst kritisiert. Franziskus hat die Bischöfe der Welt gebeten, das bisherige Vaterunser zu ändern. Die italienischen, die französischen, die portugiesischen Bischöfe haben es inzwischen geändert, nicht aber die deutschen. Das Gottesbild einer Religion ist ja keine Nebenfrage, es ist die Hauptfrage.

In Matthäus 10,34 zum Beispiel soll der Pazifist und Bergprediger Jesus gesagt haben: »Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.« So steht es in etwa 4,5 Milliarden Bibeln der Welt. Doch aus dem Aramäischen übersetzt Schwarz: »Ich bin nicht gekommen, um Kompromisse zu machen, sondern um Streitgespräche zu führen.« Das passt zu Jesu Lehre der Gewaltfreiheit.

Ein weiteres Beispiel: In den aramäischen Urtexten, der Peschitta, spricht Jesus achtmal von „Wiedergeburt“. Doch die Theologen und Kirchenfürsten haben Jesus ständig „verbessert“ bis das Thema „Reinkarnation“ fast völlig aus dem Neuen Testament verschwunden war.

„Was die Christen glauben, Jesus lehrte es nicht! Und was Jesus lehrte – die Christen wissen es nicht“

Die Falschübersetzungen und die Fälschungen betreffen auch die engsten Mitarbeiter Jesu. Erst vor 120 Jahren sind im Wüstensand Ägyptens das „Maria Magdalena-Evangelium“ und das „Judas-Evangelium“ gefunden worden. Maria Magdalena war keine Hure, sondern Jesu engste Vertraute, heute würde man sagen: sie war seine Managerin. Die Frau aus Magdala war eine gebildete, reiche, emanzipierte und allein stehende Frau, die mit ihrem Vermögen den Wanderprediger Jesus und seine Freundinnen und Freunde unterstützte. Aus dem Maria-Magdalena-Evangelium geht eindeutig hervor, dass Jesus dieser Frau weit mehr vertraute und anvertraute als seinen männlichen Aposteln. An einer Stelle heißt es, dass Jesus diese Frau „oft auf den Mund küsste“. Sie waren eng befreundet und vertraut. Ein beispielhaftes Paar. In einer Zeit wie heute, wo viele Partnerschaften zerbrechen, geradezu ein Traumpaar. Er ging in ihre Schule und sie in seine Schule. Sie lernten voneinander. Jesus war ein großer Frauenfreund, der erste neue Mann.

Auch Jesus und Judas waren in Freundschaft und Liebe miteinander verbunden. Im Aramäischen hat Judas seinen Freund nicht „verraten“, sondern „übergeben“. Und zwar in gegenseitiger Absprache. Das macht viel Sinn. Aber die Kirchen haben aus diesem Jesus-Freund einen Verräter gemacht und den Namen „Judas“ mit „den Juden“ und „Gottesmördern“ gleichgesetzt – bis zu den Nazis und bis Auschwitz wurde diese Fälschung als fürchterlicher Antisemitismus und Antijudaismus missbraucht. Eine katastrophale Fälschung, die bis zum Holocaust führte.

HERDER
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Es gibt viel Grund, die Geschichte Jesu neu zu erzählen. Wenn die Wissenschaft beweist, dass sich die Schriften irren, dann muss man die Schriften ändern, vor allem die sogenannten Heiligen Schriften. Auf dem nächsten Konzil müssen Judas und Maria Magdalena rehabilitiert werden.

Nach meinen Vorträgen über dem aramäischen Jesus werde ich oft gefragt: »Sind Sie eigentlich katholisch oder evangelisch?« Wenn ich dann sage: »Ich bin Jesuaner«, erlebe ich ungläubiges Staunen. Zur Begründung füge ich hinzu: »Der wunderbare junge Mann aus Nazareth ist mein Vorbild, nicht das, was Theologen 2000 Jahre lang aus ihm gemacht haben. Die wirkliche Reformation kommt weder aus Wittenberg noch aus Rom, sondern aus Nazareth.«

Die Theologen haben aus der ursprünglichen Frohbotschaft Jesu im Laufe der letzten zwei Jahrtausende eine Drohbotschaft mit Geboten und Verboten gemacht. Jesus aber machte Angebote für ein besseres Leben, die heute aktuell und wichtig sind. Es kommt darauf an, Jesus heutig zu machen. Das ist die eigentliche Aufgabe seiner Nachfolger und Nachfolgerinnen.

Quelle

Franz Alt 2021

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