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9/11: Bilder des Schreckens im Rückblick

Internet-Archiv macht Terror-Berichterstattung zugänglich.

Die Internet-Bibliothek hat unter dem Titel: „Understanding 9/11: A Television News Archive“ eine umfassende Dokumentation der Ereignisse rund um die Terroranschläge vom 11. September veröffentlicht. Zum zehnten Jahrestag des folgenschweren Attentats können nunmehr über 3.000 Stunden Filmmaterial von über 20 Fernsehsendern aus aller Welt gesammelt abgerufen werden.

Top-5 Ereignis der TV-Geschichte

Brewster Kahle, Direktor von archive.org macht deutlich, dass das nun zugänglich gemachte Material zwar auch wissenschaftlichen Wert hat, es der Organisation aber darum gegangen ist, das Archiv für viele Menschen zu öffnen: „Das ist eines von vier oder fünf Ereignissen dieser Art, die im Fernsehen passiert sind. Nehmen Sie die Mondlandung, Watergate oder die Ermordung Kennedys.“ Brewster selbst bezweckt damit, dass viele Interessierte kommen und sich die Berichterstattung noch einmal ansehen, „um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Gedanken zu haben – im Gegensatz zu Politikern, die das Event jahrelang benutzt haben.“

„Der 11. September hat ein dunkles Jahrzehnt eingeleitet, sowohl was den Terrorismus betrifft als auch hinsichtlich des Krieges gegen den Terror“, rekapituliert Heinz Gärtner vom Österreichischen Institut für internationale Politik im Gespräch mit pressetext.

Der Irakkrieg sei eine Fehlreaktion gewesen. Die Administration Obama hat den Krieg gegen den Terror überwunden, indem sie genauer fokussiert hat, anstatt alles mit einem umfassenden Krieg zu überziehen, so der Experte. Obama ist damit auch erfolgreicher als Bush und „hat nach zehn Jahren mit der Tötung Osama Bin Ladens das symbolische Ende Al-Kaidas eingeleitet“, so Gärtner.

Wichtiges Zeitdokument gerettet

Das Archiv beginnt mit der Berichterstattung um 8:00 Ortszeit und zeigt ganz normale Morgenshows, bis mit dem Crash von American Airlines Flug Nummer 11 die gute Laune in einem Flammenmeer, Tod und Chaos untergeht. Nachrichtensprecher konnten sich teilweise nicht schnell genug ein Bild machen und sprechen zunächst von einem „Unfall“, wie etwa Matt Lauer von NBC. Telefoninterviews mit Augenzeugen werden adhoc geführt, bis plötzlich das zweite Flugzeug in den Südtower fliegt. Charles Gibson von „Good Morning America“ vermutet zu diesem Zeitpunkt bereits „eine Art konzertierten Anschlag gegen das World Trade Center“.

Die Seite ist klar aufgebaut und zeigt die Ereignisse anhand einer leicht verfolgbaren Chronologie. Ein Handicap ist, dass nur Blöcke von circa 40 Sekunden Länge gezeigt werden. Dennoch meint Brewster Kahle mit den TV-Berichten ein wichtiges Zeitdokument zu retten: Während Printmedien sorgfältig archiviert und auch später gelesen werden, „war so etwas bisher eher kurzfristig.“

Quelle

pressetext.redaktion2011Clemens Plasser 2011

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