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Depositphotos.com | Ale_Mi | IRAN Mahsa Amini

© Depositphotos.com | Ale_Mi | IRAN Mahsa Amini

Frau, Leben, Freiheit – Eine iranische Revolution

arte-Mediathek: Teheran, September 2022: Der Tod von Mahsa Amini nach ihrer Verhaftung durch die Sittenpolizei löst eine im Iran nie dagewesene Demonstrationswelle aus. Unter dem Slogan „Frauen, Leben, Freiheit“ breitet sich die Protestbewegung im ganzen Land aus. Anhand anonymisierter Augenzeugenberichte erzählt der Film von diesem beispiellosen Aufstand.

Teheran, September 2022: Die Verhaftung von Mahsa Amini wegen „Verstoßes gegen die islamische Kleiderordnung“ und ihr anschließender Tod lösen im Iran eine ungeheure Demonstrationswelle aus. Unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ formiert sich eine spontane Protestbewegung, die sich über das ganze Land ausbreitet. Zum ersten Mal sind es Frauen, die in Massen auf die Straße gehen. Als sich auch junge Männer und Studierende ihrem Protest anschließen, ergreift der Aufstand die gesamte iranische Bevölkerung: Ein historischer Wendepunkt nach 40 Jahren der Unterdrückung und des wirtschaftlichen Niedergangs.

Die iranische Diaspora sorgt für die Verbreitung der im Land gedrehten Videos. Die ganze Welt ist über das Ausmaß der Proteste verblüfft. Könnte es sein, dass die Aufstände diesmal machtvoll genug sind, um das Regime zu stürzen? Der Oberste Führer, zunächst überrascht von der Tragweite der Revolte, lässt die Revolutionsgarde hart durchgreifen und zehntausende Bürger ins Gefängnis sperren. Eine Welle extremer Gewalt rollt über das Land und fordert hunderte Todesopfer. 

Inzwischen hat sich das Land völlig abgeschottet. Das Regime will alle Gegner zum Schweigen bringen – wer mit ausländischen Medien spricht, riskiert die Todesstrafe. Weil das Drehen vor Ort unmöglich ist, stützt sich die Dokumentation vor allem auf Handyvideos der Demonstrierenden. Zudem haben sich einige engagierte Iranerinnen und Iraner trotz allem bereit erklärt, über die Revolution zu berichten. Sie werden anonym gehalten, genau wie das Drehteam.

Eine kleine Gruppe von Iranerinnen und Iranern, darunter der Co-Autor, waren im In- und Ausland an der Entstehung der Dokumentation beteiligt. Sie bleiben im Schatten, doch ohne sie würde es diese Dokumentation nicht geben. Die Berichte von Aktivistinnen und Aktivisten aus der iranischen Diaspora, darunter auch die Schauspielerin Golshifteh Farahani, ermöglichen eine präzise Analyse der Situation. Denn die Angst scheint nun auch aufseiten des Regimes angekommen zu sein. Öffentliche Hinrichtungen reichen nicht mehr aus, um die Entschlossenheit des iranischen Volkes zu brechen. Die Proteste dauern monatelang an, wobei die Demonstrantinnen und Demonstranten ihre Vorgehensweise an die Entwicklung der Risiken anpassen. Der Stein ist ins Rollen gekommen …

Quelle

arte 2023

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