COP31-Gastgeber Türkei: Türkei baut Erneuerbare aus – und hält an Kohle fest
Die Türkei will als Gastgeber der COP31 die weltweite Elektrifizierung vorantreiben. Im eigenen Land wächst der Anteil von Wind- und Solarstrom, doch Kohle dominiert weiterhin den Strommix – und ein Ausstiegsplan aus fossilen Energien fehlt.
25.09.2026 – Die Türkei ist das offizielle Gastgeberland der 31. UN-Klimakonferenz (COP31), die vom 9. bis 20. November 2026 in Antalya stattfindet. Dort soll die konkrete Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz im Mittelpunkt stehen. In einer Rede auf der am kommenden Sonntag endenden New York Climate Week formulierte der türkische Umweltminister Murat Kurum, der die COP31 leiten wird, sechs Kernziele bis 2035 für die Klimakonferenz in Antalya. Darunter war auch die Erhöhung des Stromanteils am weltweiten Endenergieverbrauch auf 35 Prozent. Die Türkei selbst ist allerdings nicht auf diesem Kurs, zeigt eine Climate-Action-Tracker-Analyse.
Mehr Energieverbrauch elektrifizieren
Der nationale Energieplan der Türkei zielt auf einen Stromanteil am Endenergieverbrauch von 24,9 Prozent im Jahr 2035, also rund zehn Prozentpunkte unter den angekündigten Zielen für die COP31.
Im Jahr 2020 betrug der Stromanteil 21,8 Prozent am Endenergieverbrauch. Um das 35-Prozent-Ziel zu erreichen, wäre eine deutlich ambitioniertere Elektrifizierungsstrategie sowie ein stärkerer Ausbau Erneuerbarer Energien, der Netze und zusätzliche Flexibilitätsoptionen erforderlich.
Entscheidend ist dabei allerdings nicht nur, wie stark der Stromverbrauch steigt, sondern auch, aus welchen Quellen der zusätzliche Strom stammt. Auch Pläne für den Ausstieg aus Kohle und Gas fehlen bisher. Ohne einen gleichzeitigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen besteht die Gefahr, dass der steigende Strombedarf teilweise durch Kohle und Erdgas gedeckt wird. Die Folge wären steigende statt sinkende Emissionen im Stromsektor.
Mehr Erneuerbare Energien, aber nicht genug
Die Türkei hat in den vergangenen Jahren allerdings erhebliche Kapazitäten an Erneuerbaren zugebaut. Im vergangenen Jahr lag der Anteil Erneuerbarer Energie an der Stromerzeugung bei 43 Prozent, die größte erneuerbare Energiequelle ist weiterhin die Wasserkraft. Wind und Solar erreichen regelmäßig neue Rekorde und machten 2025 22 Prozent des Strombedarfs aus, zeigt der Türkiye Electricity Review 2026 des Energie-Thinktanks Ember. Der Anteil der Solarenergie hat sich dabei innerhalb von zwei Jahren auf 10,5 Prozent verdoppelt.
Bis 2030 sollen Erneuerbare 47 Prozent und bis 2035 55 Prozent des Strombedarfs decken können.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (jb) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 40/2026 | „Innovation für die Energiewende“ | Download







