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Lernen aus der Ahrtal-Katastrophe

Fünf Jahre hat die Landesregierung von Rheinland-Pfalz gebraucht, um sich bei den Ahrtal-Opfern zu entschuldigen. Ministrpräsident Schmieder jetzt: „Der Staat hat in dieser Nacht versagt.“  

136 Menschen kamen 2021 in Rheinland-Pfalz und 49 in Nordrhein-Westfalen durch die Hochwasser-Katastrophe ums Leben. Viele Überlebende kämpfen bis heute mit den psychischen Folgen. Der materielle Schaden betrug um die 40 Milliarden Euro. Und die nächste Flut ist vorprogrammiert.

Die entscheidende Frage heißt: Was haben wir aus dieser Katastrophe gelernt?

Soeben ist in einer Schweigeminute an die Katastrophe erinnert worden. „Menschen sind fehlbar. Organisationen und Institutionen sind fehlbar. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Katastrophe vorbereitet war“, sagte Schnieder bei der Gedenkveranstaltung, an der auch Bundeskanzler Friedrich Merz und der Bundespräsident Steinmeier teilnahmen.

Aber an derselben Stelle, an der viele Menschen ums Leben kamen, wurden und werden neue Häuser gebaut. Sowohl Bundespräsident Steinmeier wie auch Bundeskanzler Merz sagten jetzt im Ahrtal: „Der Klimaschutz darf nicht aus den Augen gelassen werden“.

Aber was tut die Bundesregierung wirklich für den Klimaschutz?

Auf Druck der fossilen Industrie überlegt sie, die Klimaneutralität Deutschlands von 2045 auf 2050 zu verschieben, der Heizungsaustauch wird verzögert und Haushaltslöcher werden mit Geld gestopft, das für den Klimaschutz vorgesehen war. Und das in einer Zeit, in der allein im Juni 2026 über 5.000 Menschen durch den Hitze-Tod gestorben sind. Am 28. Juni waren es bei über 40 Grad Hitze 4.452 Menschen.

Die Klimaneutralität für Deutschland schon 2045 bietet die große Chance für eine nachhaltige Zukunft. Deutschland hat schon im Jahr 2.000 mit dem Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) bewiesen, dass es eine Vorreiterrolle einnehmen kann. Dieses Gesetz wurde von über 70 Ländern in der Intention übernommen und war die Voraussetzung für global mehr als 13 Millionen neue Jobs, für effektiven Klimaschutz und für eine nachhaltige Wirtschaft. Heute gibt es weltweit mehr Investitionen in erneuerbare Energien als in fossil-atomare.

Die Süddeutsche Zeitung dazu am 15. Juli 2026: „Wenn es einen Bereich gibt, in dem Deutschland an die Spitze gelangen kann, dann ist es der Umbau zu einem klimaneutralen Industrieland: mit intelligenten Netzen, Stromspeichern, erneuerbarem Strom. Mit Autos und Heizungen, die erneuerbare Energie verbrauchen statt fossile, und einer Industrie, die mit dieser Energie günstiger produzieren kann als die Konkurrenz. All das klingt nach Kraftakt und Zukunftsmusik. Aber es kommt immer mehr in Reichweite. Leichter wird es aber nicht, wenn man das Klimaziel verschiebt.“ (Süddeutsche 15. Juli 2026)

Zukunftsmusik? Warum sollten wir Angst haben vor einer Musik für eine gute Zukunft? Das Umweltbundesamt hat soeben festgestellt: Erneuerbare Energien legen im ersten Halbjahr 2026 in allen Sektoren zu.

Quelle

Franz Alt 2026

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