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© unfccc.int/cop31

COP31-Klimakonferenz: Werden die Länder ihre bisherigen Versprechen einlösen?

Die 31. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP31 vom 9.–20. November 2026) markiert einen entscheidenden Wendepunkt bei den weltweiten Bemühungen, diplomatische Zusagen in konkrete Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.

Die diesjährigen Verhandlungen finden unter einem beispiellosen Modell geteilter Führung statt. Die Türkei wird Gastgeber der Veranstaltung sein. Murat Kurum, der türkische Minister für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel, wird als designierter Präsident der Konferenz fungieren. Gleichzeitig wurde Chris Bowen, der australische Minister für Klimawandel und Energie, zum Präsidenten der Verhandlungen ernannt.

Im Vorfeld der Konferenz wurden zwei wichtige Erkenntnisse veröffentlicht:

Diese erschreckenden Erkenntnisse veranlassten 146 Wissenschaftler, die Vereinten Nationen dazu aufzufordern, den Klimawandel offiziell zu einem „globalen Gesundheitsnotstand“ (Global Health Emergency) zu erklären und die Staaten endlich zu wirksamen Maßnahmen zu verpflichten.

COP31 – Zentrale Schwerpunkte und Ziele

Vor dem Hintergrund immer häufiger auftretender extremer Wetterereignisse, zunehmender Wasserknappheit und Ernährungsunsicherheit muss diese COP entscheidende Aufgaben priorisieren: gerechte Übergänge weg von fossilen Brennstoffen, die Klimafinanzierung für die Zeit nach 2020 sowie die weltweite Widerstandsfähigkeit von Städten gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Diese Klimakonferenz muss sicherstellen, dass die neu eingereichten national festgelegten Klimaschutzbeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) tatsächlich umgesetzt werden. Gleichzeitig müssen die Vertragsparteien, die ihre Aktualisierungen verzögert haben, zur dringenden Einreichung ihrer noch ausstehenden NDCs aufgefordert werden.

Darüber hinaus soll die sogenannte Climate Implementation Bridge umgesetzt werden. Diese Initiative soll Entwicklungsländer dabei unterstützen, ihre übergeordneten NDC-Verpflichtungen in konkrete, investitionsfähige Maßnahmenpakete zu überführen, mit denen sie internationale Finanzmittel erschließen können.

Murat Kurum hat diese COP als eine entscheidende Übergangsphase in der globalen Klimapolitik bezeichnet. Das 1,5-Grad-Ziel beschreibt er als: „Eine Frage des Überlebens. Es geht um das Überleben von Kulturen, Geschichte, Erinnerungen, Ihrer Heimat und Ihres Zuhauses.“

Die folgenden Bereiche wurden als dringende Prioritäten hervorgehoben:

  • Übergang zu sauberer Energie und Elektrifizierung: Der Übergang weg von fossilen Brennstoffen, der Ausbau erneuerbarer Energien und der Aufbau widerstandsfähiger Stromnetze stehen im Mittelpunkt. Ein Ziel besteht darin, den Anteil des weltweiten Energiebedarfs, der durch Strom gedeckt wird, von derzeit etwa 20 % auf 35 % bis 2035 zu erhöhen.
    • Klimafinanzierung: Kurum hat auf eine enorme weltweite Finanzierungslücke bei der Klimaanpassung hingewiesen, die sich auf 5,6 bis 7,1 Billionen US-Dollar beläuft. Dabei handelt es sich um die insgesamt benötigten Finanzmittel, die Entwicklungsländer bis 2030 aufbringen müssen, um ihre NDCs umzusetzen.

Fast vier Jahre nach der ursprünglichen Vereinbarung zur Einrichtung des Fonds für Verluste und Schäden (Loss and Damage Fund) auf der COP17 ist es bisher nicht gelungen, den Fonds für die besonders stark vom Klimawandel betroffenen Gemeinschaften tatsächlich wirksam bereitzustellen.

  • Klimaresiliente Städte: Die Belastung von Städten durch Klimarisiken, beispielsweise Hitzewellen, soll durch widerstandsfähige Infrastruktur, nachhaltigen Wohnungsbau und emissionsarme urbane Systeme verringert werden. Ein Ziel ist es, die Energieintensität des weltweiten Gebäudesektors bis 2035 um mindestens 25 % zu senken.

Die COP31 wird auf eine offizielle Antalya-Ozeanerklärung (Antalya Ocean Declaration) hinarbeiten. Diese soll Klimaschutzlösungen fördern, die auf den Ozeanen basieren und die Anpassung an den Klimawandel in besonders gefährdeten Küsten- und Inselstaaten unterstützen. Sowie die wichtige Rolle der Ozeane thematisieren und die enorme Mengen des vom Menschen verursachten Kohlendioxids und überschüssiger Wärme aufnehmen.

  • Ernährungssicherheit: Es sollen spezielle Fahrpläne und Kooperationen entwickelt werden, die nachhaltige landwirtschaftliche Systeme, die Verfügbarkeit von Wasser und die Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung miteinander verbinden. Bis 2035 sollen alle jungen Landwirte weltweit Schulungen zu klimaresilienten landwirtschaftlichen Praktiken erhalten.
  • Zero Waste und Methanreduzierung: Die Belastung natürlicher Ressourcen, Ökosysteme und des Klimas soll verringert werden, indem Abfälle reduziert und die Abhängigkeit von linearen Produktions- und Konsummodellen überwunden wird. Ein Ziel besteht darin, den Anstieg des weltweiten Abfallaufkommens bis 2035 um 50 % zu reduzieren.
  • Grüne Industrialisierung: Der Einsatz kreislauffähiger Materialien in der industriellen Fertigung und Produktion soll deutlich gesteigert werden. Bis 2035 soll ihr Anteil auf mindestens 15 % steigen.
  • Zusammenarbeit zwischen den UN-Konventionen: 2026 ist das Jahr der Triple COP. Dabei kommen die drei UN-Rio-Konventionen zu ihren jeweiligen Vertragsstaatenkonferenzen zusammen, um die miteinander verbundenen globalen Krisen anzugehen:
  • Klimawandel: UNFCCC COP31
  • Biodiversität: CBD COP17
  • Land und Bodendegradation: UNCCD COP17

Geplant ist, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Landwirtschaft, Ernährungssicherheit, Biodiversität und den ökologischen Umbau der Industrie stärker in die internationale Politik zu integrieren.

Wird das Modell einer geteilten Präsidentschaft den Fortschritt fördern oder behindern?

Sowohl die Türkei (mit dem Vorschlag Antalya) als auch Australien (mit dem Vorschlag Adelaide, in Zusammenarbeit mit den pazifischen Inselstaaten) hatten bereits 2022 ihre Bewerbungen um die Ausrichtung der COP31 eingereicht.

Da keine Einigung darüber erzielt werden konnte, welches Land Gastgeber werden sollte, geriet der Prozess ins Stocken. Beide Staaten weigerten sich zunächst, ihre Bewerbung zurückzuziehen.

Auf der COP30 einigten sich die beiden Länder schließlich darauf, die Verantwortlichkeiten aufzuteilen und die Führung gemeinsam zu übernehmen.

Theoretisch könnte dieses Modell das Risiko einer Blockade der Verhandlungen verringern, zwei sehr unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und beiden Seiten ermöglichen, sich gezielt auf ihre jeweiligen Zuständigkeiten zu konzentrieren.

Allerdings bringt dieses Modell auch erhebliche Herausforderungen mit sich.

Sollten die beiden Präsidenten bei wichtigen Prioritäten unterschiedliche Positionen vertreten – beispielsweise hinsichtlich der Dringlichkeit eines Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen oder der Mechanismen einer schuldenfreien Klimafinanzierung –, könnte dies zu einer bürokratischen Zersplitterung führen. Dadurch würden Verantwortlichkeiten verwässert und gemeinsame Beschlüsse möglicherweise verzögert oder verhindert.

Die Rolle der Türkei

Präsident Recep Tayyip Erdoğan setzte sich für das Gastgeberrecht der COP31 ein, um das internationale Ansehen der Türkei zu stärken und das Land als wichtige Brücke und Vermittler zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu positionieren.

Im Mittelpunkt stand das Ziel, die COP31 zu einer „COP der Umsetzung“ (COP of Implementation) zu machen – und nicht zu einer weiteren Konferenz, auf der lediglich zusätzliche Versprechen abgegeben werden.

Die Bewerbung ergänzt die nationalen Initiativen des Landes, darunter:

  • Das nationale Ziel, bis 2053 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
    • Neue nationale Klimaschutzgesetze.
    • Pläne zur Einführung eines Emissionshandelssystems.
    • Zusagen zur Erhöhung der Investitionen in erneuerbare Energien.

Als die Türkei 2021 freiwillig zurücktrat, um dem Vereinigten Königreich die Ausrichtung der COP26 in Glasgow zu ermöglichen, war sie der Ansicht, nun einen starken Anspruch auf die Gastgeberrolle zu haben, und wollte deshalb nicht erneut nachgeben.

Die Türkei wird die übergeordnete Ausrichtung des Gipfels bestimmen und für die organisatorische Durchführung verantwortlich sein. Dazu gehören die Veranstaltungslogistik, die Infrastruktur sowie die große grüne Handelsmesse in Antalya (Growtech).

Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs (Leaders‘ Summit) ist sowohl in Antalya als auch in Istanbul geplant. Darüber hinaus ist die Türkei für die nicht-verhandlungsbasierte Action Agenda verantwortlich. Diese soll eine starke, messbare Umsetzung der Klimaziele sowie wichtige flankierende Vereinbarungen vorantreiben.

Die Rolle Australiens

Die Bewerbung Australiens um die Ausrichtung der COP31 bot dem Land die Möglichkeit, sich als Vormacht im Bereich sauberer Energie neu zu positionieren, das Vertrauen und die Zusammenarbeit in der Region zu stärken und dem zunehmenden geopolitischen Einfluss Chinas entgegenzuwirken.

Australien schlug eine beispiellose gemeinsame Ausrichtung der Konferenz mit den pazifischen Inselstaaten vor, um den Stimmen der weltweit am stärksten vom Klimawandel bedrohten Gemeinschaften mehr Gewicht zu verleihen und sich als starker Fürsprecher seiner Nachbarländer zu positionieren.

Zu den Prioritäten Australiens gehört es, die existenziellen Herausforderungen der kleinen Inselentwicklungsländer (Small Island Developing States, SIDS) anzugehen. Dazu zählen insbesondere die Finanzierung von Verlusten und Schäden (Loss and Damage) sowie der rasche Ausstieg aus Investitionen in fossile Brennstoffe.

„Es ist, als würde man ein Glas Wasser zu einem brennenden Haus bringen, wenn wir nicht dringend die eigentliche Ursache der existenziellen Bedrohung angehen, der Tuvalu, Fidschi und alle pazifischen Länder ausgesetzt sind: den Ausbau der Nutzung fossiler Brennstoffe.“ – Chris Bowen

Australien ist ein herausragendes Beispiel für die praktische Umsetzung der Energiewende. Ende 2025 wurde bereits deutlich mehr als die Hälfte des australischen Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Heute erzeugt jeder dritte australische Haushalt seinen eigenen Strom mithilfe von Solaranlagen auf dem Dach.

Als Präsident der Verhandlungen wird Australien gemeinsam mit den anderen Ländern daran arbeiten, einen Konsens zu erzielen, Verhandlungstexte auszuarbeiten und die offiziellen politischen Verhandlungen zu leiten.

Darüber hinaus arbeitet Australien mit den vorherigen COP-Präsidentschaften zusammen, um wichtige Initiativen wie die Belém-Mission 1,5 °C (Belém Mission to 1.5) und den Global Implementation Accelerator voranzubringen.

Der australische Ansatz wird das Wissen und die Führungsrolle der First Nations (indigene Bevölkerungsgruppen Australiens) einbeziehen. Außerdem wurde Sally Higgins zur Jugend-Klimabeauftragten der COP31-Präsidentschaft (COP31 Presidency Youth Climate Champion) ernannt.

Die Lage der Klimakrise

Fast 50 Vertragsparteien haben ihre aktualisierten national festgelegten Klimaschutzbeiträge (NDCs – Nationally Determined Contributions) noch immer nicht eingereicht. Bedeutende Staaten wie Indien, Argentinien, Ägypten, Iran und Vietnam haben die regulären Fristen versäumt. Dies signalisiert einen alarmierenden Mangel an politischem Willen, im Rahmen des Pariser Klimaabkommens ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben.

Die COP29 in Baku wurde als „Finanzierungs-COP“ (Finance COP) angekündigt. Dennoch blieben die Industrieländer weit hinter den erforderlichen Beiträgen zurück, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die COP30 in Belém endete, ohne verbindliche und hochrangige Strategien zur Bereitstellung von Finanzmitteln für den Globalen Süden zu sichern.

Der UN-Klimarahmen hat es wiederholt und enttäuschenderweise versäumt, einen vollständigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verbindlich vorzuschreiben. Jüngste Gastgeberländer mit starken wirtschaftlichen Verbindungen zur Öl- und Gasindustrie haben es erfolgreich geschafft, die Formulierungen in den Verhandlungen abzuschwächen.

Vor diesem Hintergrund beschleunigt sich die Klimakrise weiter:

  • Im Jahr 2024 erreichten die weltweiten Treibhausgasemissionen mit 57,7 Gigatonnen CO₂ einen Rekordwert. Dies entspricht einem Anstieg von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Die weltweiten Kohlendioxidemissionen stiegen 2025 gegenüber 2024 um 1,1 % und erreichten damit einen neuen historischen Jahreshöchststand.
  • Der August 2026 war weltweit gemeinsam mit dem Juli 2023 der wärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globale bodennahe Lufttemperatur lag dabei 1,65 °C über dem vorindustriellen Niveau.
  • Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat bestätigt, dass die Welt ein historisch starkes El-Niño-Ereignis erlebt, das als „Super-El-Niño“ bezeichnet wird. Rekordhohe Meeresoberflächentemperaturen lösen weltweit extreme Wetterereignisse aus. Dazu gehören schwere Dürren in Teilen Afrikas und Südamerikas, gestörte Monsunregenfälle in Asien sowie intensive Hitzewellen rund um den Globus.
  • In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 wurden weltweit erschreckende 150 Millionen Hektar Land durch Wald- und Flächenbrände zerstört. Das entspricht etwa 50 % mehr als den jüngsten historischen Durchschnittswerten.
  • Bei Fortsetzung der derzeitigen politischen Maßnahmen wird die globale Erwärmung in diesem Jahrhundert voraussichtlich 2,8 °C erreichen. Selbst wenn sämtliche nationalen Klimaschutzversprechen eingehalten würden, läge die prognostizierte Erwärmung immer noch bei 2,3 bis 2,5 °C.

Junge Menschen auf der COP31

Kinder und junge Menschen sind überproportional stark vom Klimawandel betroffen. Deshalb sind ihre Stimmen bei großen Klima- und Biodiversitätskonferenzen von besonderer Bedeutung.

Die Entscheidungen von heute haben langfristige Auswirkungen auf ihre Gesundheit, Bildung, ihr Wohlergehen und ihre Zukunftschancen. Die Generationengerechtigkeit (Intergenerational Justice) untersucht, wie die heutige Generation das Leben früherer und zukünftiger Generationen beeinflusst.

Am 23. Juli 2025 veröffentlichte der Internationale Gerichtshof (IGH bzw. ICJ) sein Rechtsgutachten, das von allen 15 Richtern einstimmig angenommen wurde:

„Staaten haben die rechtliche Verpflichtung, die planetare Krise zu bekämpfen.“

Die COP31 erkennt Kinder und junge Menschen als wichtige Interessengruppen und gesellschaftliche Akteure an. Zur Unterstützung ihrer Beteiligung wurden offizielle Beteiligungsmechanismen eingerichtet:

– Presidency Youth Climate Champion (PYCC): Sally Higgins übernimmt die Rolle der Jugendbeauftragten der COP31. Sie stärkt die Stimmen junger Menschen und setzt sich dafür ein, dass diese neben internationalen Klimagesandten in die Klimadiplomatie einbezogen werden.

– EU Youth Policy Dialogue: Bei diesem Dialog, der am 1. Oktober 2026 in Brüssel stattfand, diskutierten junge Vertreter über Generationengerechtigkeit, den Energiebedarf künstlicher Intelligenz (KI), Naturschutz und Klimafinanzierung im Vorfeld der COP31.

– YOUNGO: Die offizielle Kinder- und Jugendvertretung des UN-Klimarahmenübereinkommens (UNFCCC). Sie vereint weltweit mehr als eine Million junge Mitglieder und unterstützt die Ausbildung junger Klimaaktivisten für die Teilnahme an internationalen Verhandlungen.

Außerdem koordiniert sie regionale Netzwerke und stellt sicher, dass die Stimmen junger Menschen in den offiziellen Verhandlungsräumen Gehör finden. Gemeinsam mit anderen Akteuren wird YOUNGO im Vorfeld der COP31 die Globale Jugendkonferenz (Conference of Youth, COY) organisieren, um die Globale Jugendstellungnahme (Global Youth Statement) zu erarbeiten. Darüber hinaus wird sie das offizielle jugendgeleitete Klimaforum (Youth-Led Climate Forum, YLCF) innerhalb des COP-Konferenzgeländes maßgeblich mitgestalten.

Zu den wichtigsten Jugendorganisationen und Dachnetzwerken, die die jugendpolitische Klimaschutzagenda auf der COP31 vorantreiben, gehören das European Youth Forum, Generation Climate Europe, Youth Environment Europe (YEE), die Netzwerke der Regional Conference of Youth (RCOY), das World Food Forum Youth Network sowie die UNICEF Climate Youth Tracks.

COP31 – Jetzt oder nie

Seit Jahren wächst die weltweite Frustration über diese Klimakonferenzen. Beobachter, Klimawissenschaftler sowie führende Politiker verweisen auf ein anhaltendes Muster des Scheiterns: bei der Klimafinanzierung, dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und den festgefahrenen Verhandlungen aufgrund fehlender Konsenslösungen.

Auf der COP28 und COP29 verzeichneten die Konferenzen eine Rekordzahl von Tausenden Lobbyisten der fossilen Brennstoffindustrie. Dadurch wurden die Stimmen der Zivilgesellschaft und marginalisierter junger Delegierter zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Es überrascht daher kaum, dass diese Konferenzen als Farce bezeichnet wurden.

Ob die beispiellose gemeinsame Ausrichtung der COP31 durch zwei Gastgeberländer den Fortschritt fördern oder behindern wird, bleibt abzuwarten.

Beide Länder stehen bereits in der Kritik, weil sie ihre Kohle- und Gaslieferketten ausbauen und in ihren offiziellen Mitteilungen im Vorfeld des Gipfels jeglichen Hinweis auf einen weltweiten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vermissen lassen.

– Australien hat seit 2022 die umfangreiche Erweiterung einer Kohlemine im Hunter Valley sowie 37 neue Projekte im Bereich fossiler Brennstoffe genehmigt.

– Die Türkei plant, ihre heimischen Kohle- und Gaskapazitäten bis 2035 aktiv um 30 % auszubauen.

Auch die Pazifikstaaten haben ihre Bedenken hinsichtlich der gemeinsamen COP-Präsidentschaft und einer möglichen Schwächung der regionalen Solidarität Australiens zum Ausdruck gebracht. Sie befürchten, dass dadurch Themen wie der Meeresspiegelanstieg und die besondere Gefährdung kleiner Inselstaaten aus dem Blickfeld geraten könnten.

Hoffnung macht hingegen die neue freiwillige Verpflichtung zur „Elektrifizierung“ (Electrification), die dazu beitragen soll, die festgefahrenen Verhandlungen über den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzubringen.

Ein weiteres positives Signal ist die Rekordhöhe der weltweiten Investitionen in die Energiewende und erneuerbare Energien im Jahr 2025: Sie erreichten 2,3 Billionen US-Dollar. Zudem besteht die Hoffnung, dass neue Transparenz- und Offenlegungspflichten für Delegierte die Zahl der Lobbyisten der fossilen Brennstoffindustrie begrenzen und damit weitere Verzögerungen verhindern werden.

Angesichts des alarmierenden weltweiten Anstiegs des Militarismus vertrat der designierte COP31-Präsident Murat Kurum öffentlich die Auffassung, dass wohlhabende Länder deutlich mehr für den Klimaschutz ausgeben müssten als die 5 % des Bruttoinlandsprodukts, die NATO-Mitgliedstaaten als Verteidigungsausgaben anstreben. Dabei warnte er, dass der Klimawandel die ultimative Bedrohung für die globale Sicherheit darstelle.

Ohne entscheidende Fortschritte auf der COP31 drohen die Klimaschutzversprechen – und letztlich auch die COP-Konferenzen selbst – zu leeren Versprechungen zu verkommen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu verlieren.

Einflussreiche Persönlichkeiten wie Greta Thunberg, Chris Packham, Ban Ki-moon und Mary Robinson haben die Klimagipfel bereits als ungeeignet und nicht mehr zweckmäßig bezeichnet, um die angestrebten Ziele tatsächlich zu erreichen.

Die Zeit für weitere leere Worte ist endgültig abgelaufen.

Quelle

Dr. Norbert Stute & Rachael Mellor 2026 | Bessere Welt Info 2026

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