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Wissenschaftler und BUND veröffentlichen Energiewende-Fahrplan

Drastische Steigerungen der Energieeffizienz mit raschem Ausbau erneuerbarer Energien verbinden.

Wissenschaftler und Umweltschützer haben entschlossene Energiesparmaßnahmen und die schnelle Steigerung der Energieeffizienz gefordert. Die nach der Fukushima-Katastrophe in Japan vor drei Jahren beschleunigte Energiewende könne nur zum Erfolg geführt werden, wenn der Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken ungebremst weitergehe und von einer zielgerichteten Energiesparpolitik flankiert werde.

EU-weit lasse sich der Energiebedarf bis Mitte des Jahrhunderts etwa um die Hälfte reduzieren, was zu Einsparungen von rund 500 Milliarden Euro bei den Energiekosten führen würde. Drastische Energiesparmaßnahmen seien auch zum Erreichen des deutschen Klimaziels einer 40-prozentigen Reduzierung der Treibhausgase bis 2020 erforderlich.

Ulrich Bartosch, der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW), Peter Hennicke, früherer Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie und Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderten bei der Präsentation des im Münchner Oekom-Verlages erscheinenden Buches „Gemeinschaftsprojekt Energiewende, Fahrplan zum Erfolg“ die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle für die Energiespar- und Effizienzpolitik. Erforderlich sei auch die dauerhafte Bereitstellung ausreichender Mittel für Maßnahmen wie die energetische Gebäudesanierung, den Einsatz effizienter Beleuchtungsanlagen in Industrie und Gewerbe und flächendeckende Stromsparchecks für einkommensschwache Haushalte.

Nach Auffassung des BUND-Vorsitzenden Weiger gefährden die bisherigen Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Energiewende. „Die geplante Deckelung erneuerbarer Energien verhindert mehr Klimaschutz und verschreckt private Investoren. Das Vorhaben, Förderungen nach dem EEG kurzfristig auf Ausschreibungsverfahren umzustellen, kann der Energiewende ebenfalls ihre Dynamik nehmen“, sagte Weiger.

Der frühere Präsident des Wuppertal-Instituts, Peter Hennicke, sieht in der Energiewende das „wichtigste Gemeinschaftswerk dieser Generation“: „Die Energiewende entlastet die Gesellschaft von enormen Risiken und Kosten und bewirkt zugleich einen großen zusätzlichen volkswirtschaftlichen Nutzen. Dazu gehören neue nationale und internationale Geschäftsfelder, eine steigende Wettbewerbsfähigkeit und eine hohe Anzahl qualifizierter Jobs. Die Energiewende führt zum Abbau von Atom- und Klimarisiken, macht unabhängiger von Rohstoffimporten und wird – wenn sie gelingt – eine weltweite Signalwirkung für mehr Klima- und Ressourcenschutz haben.“

Der VDW-Vorsitzende Bartosch wandte sich gegen Versuche, die Energiewende zu diffamieren: „Statt die Energiewende kleinzureden, muss sie dringend auf die Bereiche Wärme und Verkehr ausgedehnt werden. Aktuell erforderlich sind die richtigen Weichenstellungen für eine möglichst dezentrale Stromerzeugung in der Hand der Bürgerinnen und Bürger. Und damit die Klimaschutzziele erreicht werden, muss auf EU-Ebene ein Emissionshandel geschaffen werden, der seinen Namen auch tatsächlich verdient.“

Quelle

BUND 2014

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