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:: Welches Auto würde Jesus fahren?

Gute Ökos kommen in den Himmel und die bösen Ölscheichs überall hin? Ob die Evangelien-Schreiber heute zeitgemäß solche Sätze in ihre Frohbotschaft schreiben würden? Oder ob es vielleicht solche Sätze wären: "Selig sind die, welche wenig Sprit verbrauchen, denn ihnen gehört das Himmelreich?". Welches Auto Jesus fahren würde, ist zumindest eine Frage, wie sie in den USA zur erfolgreichsten Werbekampagne der letzten Jahre geführt hat.
Reverend Jim Ball aus Brunswick in der Nähe von Washington hatte die Idee über den "ökologischen Jesus". Der Pfarrer fährt seinen 100-Kilometer-Weg zu seinem Arbeitsplatz täglich mit der Eisenbahn und meint: "Jesus würde sich sicher überlegen, welches spritparende Auto er heute fahren würde." Also war die Kampagne: "What would Jesus drive?" geboren.

"Wie kann ich meinen Nächsten lieben wie mich selbst, wenn ich seine Lungen verpeste?" fragt der baptistische Geistliche. Seine Kampagne startete er ein halbes Jahr vor dem Irak-Krieg mit der Begründung: "Vielleicht hat mein Nachbar einen Sohn mit Asthma - oder einen, der womöglich in den Krieg muss - weil wir so stark auf Ölimporte angewiesen sind."

Der Geistliche weiß, dass die USA auf eigenem Territorium noch Erdöl für höchstens acht bis 10 Jahre haben. Auch die Menschen in den Ländern der Dritten Welt sind unsere Nächsten, argumentiert Jim Ball. Und den Ärmsten nehmen wir durch den Treibhauseffekt ihre Lebensgrundlagen. Doch Jesus habe gesagt: "Was ihr den Geringsten meiner Geschwister tut, das habt ihr mir getan."

Den sich gern religiös gebenden Amerikanern kam die Ball- Kampagne zum Irak-Krieg gerade recht. Wenn schon Kriege um Öl notwendig sind, dann wollen wir wenigstens künftig etwas weniger Öl verbrauchen, war plötzlich die Devise. Jim Balls Kampagne: "What would Jesus drive?" wurde in 400 Fernsehsendungen aufgenommen. Fast alle US-Zeitungen berichteten. Ball stellt bei Millionen US-Bürgern, die bisher nie über Energieverbräuche nachgedacht hatten, jetzt "erstmals eine gewisse Nachdenklichkeit" fest.

Sogar Präsident George W. Bush, nicht gerade ein Ökofreak, musste reagieren. Die US-Regierung stellte jetzt eine Milliarde Dollar Forschungsgelder zur Verfügung, um spritsparendere Autos zu entwickeln.

Solange ein Liter Benzin in den USA immer noch nur 40 Cents kostet, stören Autos mit 15 oder 20 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer wenig. Doch jetzt plötzlich schreiben US-Zeitungen darüber, dass Energiesparen von "nationalem Interesse" sei. Die kalifornische Journalistin Arianne Hufington meinte gar, wer sich nicht am Energiesparen beteilige, leiste dem Terrorismus Vorschub. Neue Töne in den USA.

In Deutschland ist Energiesparen bei Autos und Gebäuden schon seit Jahren ein Thema. Drei-Liter-Autos sind auf dem Markt und VW hat sogar das Ein-Liter-Auto konstruiert. Zur Zeit macht BASF Reklame für das "Drei-Liter-Haus". Das ist ein Haus, das so gut gedämmt ist, dass statt bisher 20 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter jetzt noch drei Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter verbraucht werden. Es geht also auch energieeffizienter als heute - in den USA und in Deutschland.

Jesus ritt auf einem Esel nach Jerusalem und erschien nach Ostern seinen Freunden als Fußgänger am See Genezareth. Was würde Jesus heute fahren?

Reverend Ball meint, Jesus würde seinen Freunden wahrscheinlich keine bestimmte Marken empfehlen - "aber er würde seine Jünger auffordern, möglichst saubere und benzinsparende Autos zu fahren und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen".

Vielleicht würde Jesus auch seine 12 Apostel zum Car-Sharing einladen. Und wahrscheinlich wäre er längst auf ein Solarauto umgestiegen - in dem er sich an sein eigenes Wort aus der Bergpredigt erinnerte: "Unser himmlischer Vater lässt seine Sonne scheinen für Gerechte und Ungerechte." Um die Sonne könnten keine Kriege geführt werden wie um Öl, denn sie hat einen Sicherheitsabstand zu Erde von 150 Millionen Kilometern - unerreichbar für George W. Bush, für Bin Laden und für Saddam Hussein! Die Sonne scheint einfach für alle und ihre Energie kommt von ganz, ganz oben - Energie vom Chef selbst. Daran würde Jesus auch heute erinnern - nicht nur in den USA.
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