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:: Solar in, Atom out

Was sich in vergangenen Wochen in der Energiewirtschaft abzeichnete, ist ein deutlicher Fingerzeig – so es ihn denn noch gebraucht hat: Die Atomwirtschaft ist auf dem Rückzug, während die solare Energieerzeugung ihren weltweiten Vormarsch fortsetzt, den Problemen der Solarfirmen zum Trotz. Beispiel ist eine spezielle neue Solaranlage. Solarmedia auf energiepolitischer Erkundungstour. Ein Bericht von Guntram Rehsche

Noch letztes Jahr in Betrieb genommen und diese Woche offiziell eröffnet: Photovoltaik-Anlagen auf den Lagergebäuden der Ernst Schweizer AG, Metallbau in Hedingen bei Zürich. Die 92-Kilowatt-Solarstrom-Module gehen auf eine Initiative der neugegründeten Genossenschaft Säulistrom zurück und sind mit besonders leistungsfähigen Sunpower-Modulen bestückt (Bild: Guntram Rehsche).

 

Was zur Atomwirtschaft folgt, ist nicht dem Veröffentlichungsdatum des 1. April geschuldet: Der Ölstaat Kuwait hat schon vor einigen Wochen seine von der Atomlobby bejubelten und als Zeichen für die Renaissance der Nuklearenergie gewerteten Neubaupläne für gleich vier Werke beerdigt.

 

Eine Meldung der Nachrichtenagentur UPI brachte es an den Tage, aber nicht in die hiesigen Medien. Osama al-Sayegh vom Kuwait Institute for Scientific Research führte den Beschluss auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima zurück, welche atomare Ausbaupläne in einem ölreichen Land wie Kuwait obsolet machten. Zudem sei die Frage des atomaren Abfalls der vier 1000-Megawatt-Werke ungelöst, die 2022 ans Netz gehen sollten.

 

Kuwait hatte drei Jahre zuvor mit den USA, Frankreich und Russland Übereinkommen zur Ausführung der Atompläne geschlossen, die zu einer selbständigen kuwaitischen Atomwirtschaft führen sollten. Unberührt vom Schwenker Kuwaits bleiben vorderhand die Vereinigten Arabischen Emirate, die bis 2017 neue AKW errichten wollen. Aber immerhin: Kuwait hat sich verabschiedet.

 

Eine andere Meldung fand ihren Weg in die herkömmlichen Medien: Die zwei grossen deutschen Energiekonzerne RWE und E.on haben endgültig entschieden, sich aus den Atomplänen der britischen Regierung auszuklinken. Sie verneinten zwar einen Zusammenhang mit ökonomischen Gegebenheiten und führten in erster Linie die energiepolitische Situation auf dem deutschen Heimmarkt als Grund für den Ausstieg an.

 

Ebenso betonten sie ihre Einschätzung, die Insel habe eine atomare Zukunft. Doch daran ist zu zweifeln, solange mindestens, als die Regierung zwar einen strikten Atomkurs fährt – eine Subventionierung neuer Atommeiler aber ausschliesst.

 

Bekannt wurde letzte Woche auch: In Bulgarien ist man konsequenter, wobei eine Parallele zur Entwicklung in Grossbritannien auffällt. Denn auch hier war es anfangs die deutsche Energiewirtschaft, die sich aus den Atomplänen zurückzog – mit der Folge, dass der Balkanstaat nun definitiv auf den Bau eines zweiten Atomkraftwerkes verzichtet.

 

Andrerseits: Allen Abbauplänen zum Trotz boomt die weltweite Produktion von Solarstrom. Das hatte nicht nur der deutsche Energieexperte Gerhard Willeke an den Schweizer Photovoltaiktagen festgehalten (siehe "Jahrzehnt der Photovoltaik"-Interview vom 24. März 2012). Der Vormarsch zeigt sich an vielen Einzelprojekten, die alle die vielfältigen dezentralen Entwicklungsmöglichkeiten photovoltaischer Anlagen aufzeigen. So hat unweit von Zürich – im vergleichsweise unterentwickelten Schweizer Solarstrommarkt – eine vor allem wegen ihrer Organisationsform spezielle Photovoltaik-(PV)-Anlage auf sich aufmerksam gemacht (siehe Bild).

 

An den PV-Tagen war auch bekannt geworden, dass hierzulande im vergangenen Jahr die Kapazität aller installierten PV-Anlagen schlicht verdoppelt wurde auf rund 200 Megawatt. Die sind auch in der Lage, nunmehr immerhin 0,3 Prozent der Schweizer Stromproduktion zu erzeugen.

 

Was für ein Unterschied allerdings zu jenen Märkten, die bereits zwischen zwei und vier Prozent erreichen, wie etwa Deutschland, Italien, Spanien und Belgien (und damit Atomstrom real ersetzen). Und dort geht die Entwicklung allen politischen Repressalien zum Trotz weiter ("Schlecht für die Energiewende").

 

Denn wiederum weitgehend unbemerkt vollzieht sich ein technologischer Wandel, der den Eigenverbrauch von Solarstrom pushen wird. Nicht nur die Preise der erzeugten Kilowattstunde findet sich weiterhin im freien Fall, sondern auch die Speichermöglichkeiten werden auch ökonomisch realer.

 

So berichtete das 3Sat-Magazin "nano" von der erfolgreichen Erprobung von Lithium-Ionen-Batterien. Sie erwiesen sich im Hausgebrauch als langlebiger als Blei-Akkus und leistungsfähiger (Wirkungsgrad 95 bis 99 Prozent). Die dezentrale solare Energieversorgung ist wieder ein gutes Stück näher gerückt, auch wenn solche Akkus für den Hausgebrauch derzeit offenbar noch rund 15'000 Euro kosten.

 

Kleines Aperçue obendrauf: Die Erzeugung einer Stromeinheit aus Atomproduktion ist neuesten Umweltforschungen gemäss mindestens ebenso CO2-intensiv wie jene aus der Solarstromanlagen. Das gab Rolf Frischknecht, Experte zu Umweltbelastungsfragen, anlässlich der nationalen PV-Tage bekannt – die Forschungsresultate liegen allerdings vorderhand unveröffentlicht beim Bundesamt für Energie.

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